zur Navigation springen
Lokales

12. Dezember 2017 | 22:43 Uhr

Nordwestkreis setzt auf die Hanseaten

vom

svz.de von
erstellt am 20.Mai.2010 | 08:46 Uhr

Nordwestmecklenburg | Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Doch inzwischen haben der Landkreis Nordwestmecklenburg und die Hansestadt Wismar begriffen, dass sie kooperieren müssen. Der Nordwestkreis mit Landrätin Birgit Hesse möchte weitere Kooperationsvereinbarungen mit den bislang auf Eigenständigkeit setzenden Hansestädtern.

Mit Vollendung der geplanten Gebietsreform im nächsten Jahr bilden Nordwestmecklenburg und Wismar ein Kreis. In einigen Bereichen gibt es bereits Berührungspunkte. Beispiele sind das gemeinsame Kataster- und Vermessungsamt sowie das Veterinär- und Gesundheitsamt.

"Es geht aber noch mehr", meint Landrätin Birgit Hesse. Aus ihrer Sicht hat sich das Klima deutlich verbessert. Man habe erkannt, dass Zusammenhalt die Region besser voranbringe. "Dazu gehören die Wirtschafts- und Tourismusförderung", sagt Hesse.

Oberstes Ziel der Verwaltungsreform bleibt allerdings die Einsparung von Finanzmitteln. Potenzial dafür sieht Roland Anderko (CDU-Kreistagsfraktion) beim Öffentlichen Personennahverkehr. Bislang fahren die Busse aus Wismar und Grevesmühlen auf einigen Strecken parallel. Selbst beim Schullastenausgleich kann Geld gespart werden. Momentan muss der Nordwestkreis einen Ausgleich für jene Schüler an Wismar zahlen, die in der Hansestadt beschult werden. Allerdings müsste Wismar mit der Fusion die bislang gefürchtete Kreisumlage zahlen.

Unklar ist noch der Sitz der Führungsgremien und Verwaltungen des Kreises. Darüber entscheidet der Landtag. Wenn Grevesmühlen - danach sieht es aus - den Kreissitz verliert, wäre das bitter, meint Roland Anderko. Doch damit könnten er und seine Fraktion leben. Anders sieht es dagegen beim Sitz der Verwaltung aus. Dieser müsse unter dem Dach der Malzfabrik bleiben, denn er wurde mit einem finanziellen Aufwand von zehn Millionen Euro umgebaut.

Ob in Folge des Zusammenschlusses mit Wismar der Nordwestkreis einen neuen Namen erhält, darüber sollen die Einwohner abstimmen, fordert Landrätin Birgit Hesse: "Die Vorschläge reichen von Nordwestmecklenburg, Hansekreis Wismar, Ostseekreis Wismar bis hin zum Landkreis Wismar."

Einen entscheidenden Nachteil hat der neue Kreis, bedauern Hesse und Anderko: Er wird nicht nur von der Fläche her, sondern auch mit seinen rund 160 000 Einwohnern der kleinste im Land sein. Gerade deshalb sollten Wismar und Nordwestmecklenburg auf Kooperation setzen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen