Noch mehr Ratsuchenden beistehen

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14. Juni 2010, 01:57 Uhr

Schwerin | Die Opferhilfe der Evan gelischen Jugend in Schwerin hat sich neu aufgestellt. Christiane Wester, studier te Soziologin, unterstützt in der Wismar schen Straße 148 jetzt die bei de n bis herigen Berater Klaus Schmidt und Tobias Olschewski. "Durch die persone lle Aufstockung sind wir in der Lage, noch mehr Kriminalitätsopfern in Westmecklenburg zur Seite zu stehen", sagt Klaus Schmidt. Darüber hinaus könnten die Ratsuchenden nun wählen, ob sie mit einem Mann oder einer Frau sprechen möchten. Eventuell sei es künftig auch möglich, Beratungs zeiten direkt in Ludwigs lust und Parch im anzubieten, so Schmidt.

Rund 150 Personen haben Klaus Schmidt und Tobias Olschewski, die sich bislang lediglich eine halbe Stelle teilten, im vergan genen Jahr betreut. "Fast immer kämpfen die Betroffenen mit psy chi schen Problemen", berichtet Schmidt. So habe sich beispielsweise vor kurzem eine 16-Jährige, die von drei Mitschülerinnen auf dem Schulweg zusammengeschlagen worden war, an die Opferhilfe gewandt. "Das Mädchen leidet unter Albträumen und geht nicht mehr gern alleine vor die Tür", schildert Schmidt. "Wir bieten entlastende Gespräche und eine psychosoziale Be ratung an, vermitteln Betroffe ne aber auch an Thera peuten weiter." Zum Angeb ot der Opferhilfe gehör ten ferner auch die Information über Rechte und Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung und die Be gleitung bei einem Gerichtsverfahren.

Wer sich an die vom Justizministe rium geförderte Beratungsstelle der Evangelischen Jugend wende, sei zumeist von Körperverletzung, Bedrohung und Belästigung, Mobbing und Stalking betroffen, so Schmidt. "Wir sind aber auch Ansprechpartner im Falle sexuellen Missbrauchs." Grundsätzlich stehe die Beratungsstelle allen Menschen offen, die mit ihren Er leb nissen nicht allein bleiben und fachlich-kompetente Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Neben den Betroffenen einer Straftat könnten sich daher auch An gehörige, Freunde und Zeugen bei der Opferhilfe melden.

"Es ist erschreckend, wie viele junge Menschen bereits mit Gewalt konfrontiert sind", sagt Christiane Wester. Sie sieht eine ihrer wesentlichen Aufgaben in der Netzwerk-Arbeit, hält den Kontakt etwa zur Polizei, zu Schulen, zur Justiz oder zum Weißen Ring. Wenn nötig , würden Betroffene auch an an dere Fachberatungs stellen oder Opferanwälte weiter vermittelt, so Wester. Bei Bedarf könnten so auch andere Fachkräfte der Integrierten Be ratungsstelle der Evangelischen Jugend in Schwerin mit herangezogen werden. Die Beratung erfolge kostenlos und sei selbstverständlich vertraulich.

"Die Mehrzahl der Betroffenen nimmt nicht sofort Kontakt zu uns auf, sondern erst nach zwei, drei Tagen, manchmal Woche n oder gar erst nach einigen Jahren ", erklärt Klaus Schmidt. Dem einen genüge dabei schon ein kurzes Gesprä ch, ein anderer komme regel mäßig wieder. Beratungstermine können unter der Telefonnummer 03 85-5 50 75 00 vereinbart werden.

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