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Nach ADAC-Test Freude bei den 45 Mitarbeitern : Neustadt hat den besten Autohof

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Ingo Schulz ist Kraftfahrer, hat tätowierte Arme und ein lautes Lachen. Der 63-Jährige sitzt auf einem Campingstuhl vor seinem weißen Lastwagen. Er genießt auf dem Autohof Hoyer in Neustadt-Glewe die Sonnenstrahlen.

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erstellt am 27.Jul.2011 | 07:14 Uhr

Neustadt-Glewe | Ingo Schulz ist Kraftfahrer, hat tätowierte Arme und ein lautes Lachen. Der 63-Jährige sitzt auf einem Campingstuhl vor seinem weißen Lastwagen. Er genießt auf dem Autohof Hoyer in Neustadt-Glewe die Sonnenstrahlen, die durch die Lkw hindurch auf sein Gesicht fallen. "Ich bin dauernd hier, alle zwei Tage", sagt der Trucker mit seinem brandenburgischen Akzent und deutet mit dem Daumen in Richtung Autohof. Denn dieser liegt genau auf seiner Pendelstrecke zwischen Köln und Malchow. Die Pause in Neustadt-Glewe gehört für ihn einfach dazu. Schulz ist zufrieden mit dem Essen, mit dem Service, den Duschen. "Und dann noch die schönen Frauen hier", ruft er über den Parkplatz in Richtung zweier Mitarbeiterinnen. Die lachen ihm entgegen. Man kennt sich. Alle zwei Tage auf dem Autohof - das ist zu viel für Anonymität.

Einzig der kleine Spielplatz fiel negativ auf

Zufrieden, das war jüngst auch der Allgemeinde Deutsche Automobil-Club (ADAC) mit Sitz in München. Denn der testete insgesamt 50 Autohöfe und Raststätten in ganz Deutschland. Inkognito waren sechs Tester unterwegs. Nicht allein, sondern gleich mit einer vierköpfigen Familie. "Davon, dass wir getestet wurden, haben wir absolut nichts mitbekommen", sagt Stationsleiterin Dana Lohse. Sie und ihr insgesamt 45-köpfiges Team freuen sich sehr über den Titel als bester Autohof Deutschlands. Doch obwohl der Autohof in unmittelbarer Nähe der A24 auf dem ersten Platz landete, lautete das Urteil der Tester nur "gut". Einziges Manko laut Automobilclub: Ein zu kleiner Kinderspielplatz. "Wir wissen um dieses Problem, aber das Grundstück ist leider zu klein, um noch mehr Spielgeräte aufzustellen", so Lohse.

Alle übrigen Punkte erfüllte der Autohof mit Bravour. Dies sei besonders zufriedenstellend, weil es bei einem früheren Test noch einige Kritikpunkte mehr gegeben hatte. "Wir haben beispielsweise die Fußgängerüberwege gekennzeichnet, das war zuvor bemängelt worden", so Lohse. Dafür kam nun der Lohn im aktuellen Test. Das positive Ergebnis hat sich in kürzester Zeit ausgewirkt. "Es kamen Leute vorbei, die sich einfach mal den Autohof mit dem guten Testergebnis anschauen wollten", so die Stationsleiterin. Ansonsten seien die Kundenzahlen seit einigen Jahren konstant hoch, so Lohse. Im Durchschnitt seien es 1900 bis 2300 Kunden pro Tag. Geschlossen hat der Autohof "Mecklenburg" übrigens nie - die Mitarbeiter sind an 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag im Dreischichtsystem für ihre Kunden da. Nicht nur für die Trucker. "Die Kraftfahrer machen natürlich eine wichtige Kundengruppe aus, aber uns ist es wichtig, dass wir von den Menschen in der Region nicht bloß als Autohof, sondern auch als Restaurant wahrgenommen werden", so die 41-Jährige. Familienfreundlichkeit sei dem Team ebenfalls wichtig. Auch Jugendliche sind oft zu Gast. "Vor dem Discobesuch nutzen sie oft unseren Raucherraum mit den Ledersesseln", so Lohse.

Seit elf Jahren gibt es den Autohof, der im Gegensatz zu Raststätten etwas weiter von der Autobahn entfernt ist und dessen Preise etwas niedriger sind. Auf elf weitere Jahre würde auch Trucker Ingo Schulz hoffen. Gäbe es da nicht einen kleinen Haken: In drei Jahren geht er in Rente. Dann wird sein lautes Lachen nicht mehr alle zwei Tage auf Deutschlands bestem Autohof zu hören sein.

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