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Lokales

19. August 2017 | 07:35 Uhr

Neumühler SV freut sich auf Hansa

vom

Rostock | Gestern Vormittag bekam Fußball-Drittligist Hansa Rostock von Lorenz Caffier, Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, den Neumühler SV (Landesliga West) als Gegner für die 2. Hauptrunde im Krombacher-Landespokal zugelost. Die Ostseestädter nehmen zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte an diesem Wettbewerb teil und treten am 9. oder 10. Oktober als höherklassiger Club auswärts an. Damit tritt der FC Hansa erstmals seit der Wende zu einem Pflichtspiel außerhalb der DKB-Arena (früher Ostseestadion) in Mecklenburg-Vorpommern an.

"Man darf solche Gegner nie unterschätzen und ihre Leistungsstärke nicht am Tabellenplatz und an der Liga-Zugehörigkeit festmachen. Wir müssen uns mit der gebotenen Ernsthaftigkeit auf diese Aufgabe vorbereiten, sie mit der richtigen Einstellung angehen und dann so abarbeiten, wie es sich für einen Profi-Verein gehört", sagt Hansa-Trainer Peter Vollmann.

Sein Pendant auf Seiten von Neumühle (ein Stadtteil von Schwerin) ist dagegen komplett aus dem Häuschen. "Das ist für uns ein absoluter Traum. Wir sind alle hellauf begeistert. Auch wenn die Chance nur 1 zu 16 war, hofft man natürlich auf das große Los. Im gesamten Verein sind viele Hansa-Fans, auch in der Mannschaft. Wir fahren oft ins Stadion, ich war schon zu Oberliga-Zeiten dort. Unser Co-Trainer Helge Behrens ist sogar Mitglied beim FCH. Es wird für uns alle der Höhepunkt der gesamten Karriere", so NSV-Coach Martin Költzow, der mit seinem Team für die große Partie wohl ausweichen wird. Die hei-mische "Ranch" ist für einen großen Fan-Ansturm nicht ausgelegt. Es werden mehrere tausend Besucher erwartet. In der Landesliga kickt Neumühle vor 75 bis 125 Anhängern. "Wir haben lediglich eine kleine Anlage, können wohl kaum die sicherheitstechnischen Auflagen erfüllen. Ich denke, dass wir ins Stadion Lambrechtsgrund ausweichen werden. Bis zum Spiel haben wir nur noch wenig Zeit, müssen jetzt eine Menge organisieren", sagt der Trainer.

Für einige Rostocker wird es ein besonderer Auftritt. Stephan Gusche und Robert Müller sind gebürtige Schweriner, Enrico Neitzel lernte das Fußball-Abc in der Stadt. "Wir haben in der Kabine schon ein bisschen gescherzt, als wir vom Los erfuhren. Aber letztlich ist es doch das beste, was wir bekommen konnten. Es wird ein schönes Gefühl sein, dorthin zurückzukehren. Ich freue mich darauf", verrät Gusche, der als Jugend-Spieler drei- oder viermal gegen den Neumühler SV antrat: "Wir waren nicht oft in der gleichen Liga, und mittlerweile ist es auch mindestens zehn Jahre her."

Die Ambitionen des FCH beim Achten der Landesliga West sind eindeutig. "Wir wollen eine Runde weiterkommen und letztlich den Cup gewinnen. Für den Verein geht es schließlich um eine ganze Menge", so Vollmann. Denn nur die ersten Vier der 3. Liga qualifizieren sich direkt für den DFB-Pokal. Dazu kommen "von unten" lediglich die Landessieger.

Die Gastgeber bleiben realistisch, sprechen nicht von der Sensation. "Im Duell mit Hansa wollen wir möglichst nicht zweistellig verlieren. Das haben wir in der Mannschaft schon so ausgemacht. Aber es wird sicherlich verdammt schwer. Man darf nicht vergessen, dass wir auch in Schwerin nur ein kleiner Verein sind, der viel von der Euphorie und dem Einsatz seiner Mitglieder lebt", so Martin Költzow.

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erstellt am 14.Sep.2010 | 08:38 Uhr

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