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Lokales

18. Oktober 2017 | 13:18 Uhr

Neues Kita-Gebäude in Tewswoos

vom

svz.de von
erstellt am 27.Apr.2011 | 06:57 Uhr

Tewswoos | Die Nachricht klingt fast ein wenig kurios: In Tewswoos wird in den kommenden Monaten ein neues Kita-Gebäude gebaut. Und das, obwohl in anderen Landesteilen eher Kita-Schließungen als Kita-Neubauten Thema sind.

Noch ist es bloß eine grüne Wiese neben der Turnhalle. Doch schon Ende des Jahres sollen in einem einstöckigen Gebäude mit Artrium in der Mitte 51 Kinder und sechs Erzieherinnen der Kita "Zwergenland" möglichst ein neues Zuhause gefunden haben. Jedenfalls dann, wenn die Bauarbeiten, die im ab kommenden Sommer beginnen, planmäßig verlaufen. Nötig macht den Neubau das nur einen Steinwurf von der künftigen Baustelle entfernte alte Kita-Gebäude. Es ist so marode und in einem solch desolaten baulichen Zustand, dass sich eine Sanierung nicht mehr rentieren würde. Immerhin beherbergte das DDR-Gebäude seit dem Jahr 1982 die Krippe, seit der Wende die Kita. Schon lange ist das Gebäude renovierungsbedürftig. Der Putz blättert, viele Fenster sind schlecht isoliert.

"Außerdem ist in dem lang gestreckten Gebäude alles sehr verwinkelt und wenig geeignet für Krippe, Kindergarten und Hort unter einem Dach", so Vielanks Bürgermeisterin Christel Drewes. Sie freut sich sehr darüber, dass das Projekt Kita-Neubau kurz vor der Umsetzung steht. "Wir freuen uns, dass einer der letzten Winkel Mecklenburg-Vorpommerns, kurz vor der Grenze zu Niedersachsen, nicht ganz vergessen wird", so die Ehrenamtliche. Zu dem 1400-Seelen-Ort gehört auch der Ortsteil Tewswoos. "Für unsere Gegend ist es etwas ganz Besonderes, dass ein neues Kita-Gebäude entsteht", so Drewes. Ihre Gemeinde übernimmt bei dem Projekt Kosten in Höhe von 50 000 Euro.

400 000 Euro aus Fördermitteln des Landes

Möglich macht den Neubau auch ein Fördermittelbescheid des Landes, den Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) in dieser Woche übergab. "Die Attraktivität des Landstrichs nimmt mit dem Neubau zu", ist sich der Minister sicher. Für die Langfristigkeit der Dörfer sei die Sicherstellung der Kinderbetreuung von großer Bedeutung. Seiner Meinung nach ist der Neubau ein Beitrag, der verschiedenen Problemfeldern begegnet. Drei Punkte sprach Backhaus an: die Notwendigkeit, junge Familien in der Region zu halten, die deutliche Zunahme des Fachkräftemangels, dem durch gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten begegnet werden könne und den zunehmenden Bildungsanspruch an die Kindertagesstätten. "Denn wichtig ist nicht bloß die Hülle, sondern auch, wie den Kindern hier Bildung vermittelt wird", so Backhaus. Einrichtungsleiterin Ilona Otte sagte, dass es vor allem auch die flexiblen Öffnungszeiten der Kita zwischen 6 und 18 Uhr seinen, die für viele Eltern besonders attraktiv seien. "Eltern aus einem Umkreis von vielen Kilometern bringen ihre Kinder in die Kita Zwergenland, die Kinder aus dem Hort kommen aus den Grundschulen in Kaliß und Dömitz", so Otte.

Auch das alte Kita-Gebäude soll erhalten bleiben und nicht abgerissen werden. Die Gemeinde hat bereits konkrete Pläne für eine neue Nutzungsmöglichkeit: Dem Jugendclub des Ortes sollen die Räume zugute kommen. Noch treffen sich die Jugendlichen im Gebäude der ehemaligen Schule. "Das Schulgebäude möchten wir als Gemeinde jedoch gerne vermieten, deshalb ist es sinnvoll, wenn der Jugendclub in die ehemaligen Kita-Räume ausweicht", so Bürgermeisterin Christel Drewes. Auch eine zusätzliche Nutzung für Seniorenangebote sei denkbar. Schließlich gebe es in Tewswoos kein Dorfgemeinschaftshaus, da biete sich diese Lösung an.

Doch ohne den Träger, den Kreisverband Ludwigslust des Deutschen Roten Kreuzes, wäre die Realisierung des Projekts nicht möglich. Denn der Wohlfahrtsverband trägt allein 500 000 Euro des 950 000 Euro-Projekts. Dietmar Jonitz, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Ludwigslust freut sich, dass das Projekt nun in die Bauphase eintreten kann. "Die Vorplanungen sind jedenfalls abgeschlossen", so Jonitz.

Schon bald also wird der Tewswooser Sportplatz fest in der Hand von Bauarbeitern und Technik sein, zur doppelten Freude der Kinder. Denn die freuen sich nicht nur auf die neue Kita, sondern finden es bestimmt auch spannend, den Handwerkern bei ihrer Arbeit am neuen Gebäude über die Schulter zu schauen.

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