Neuer Treff in Niendorf

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08. Mai 2010, 01:57 Uhr

Grebs-Niendorf | Einige Tage vor dem Weihnachtsfest 2009 hat die Gemeinde, die ja auch in der Dorferneuerung ist, kurzfristig als Geldsegen eine Förderzusage über 151 000 Euro vom Amt für Landwirtschaft in Wittenburg erhalten. Vier Jahre Planungen waren dem Vorhaben vorausgegangen, nun ist sie abgeschlossen: die Sanierung des Mehrzweckgebäudes in Niendorf an der Rögnitz.

"Wir sind froh, dass wir das Geld bekommen haben, um dieses dringende Projekt umzusetzen", freut sich Detlef Schranck, der als Bürgermeister seit 2004 der 720-Seelengemeinde ehrenamtlich vorsteht. Rund 80 000 Euro hat seine Kommune beigesteuert, um die rund 250 000 benötigten Euro für das Gemeindehaus-Projekt aufzubringen. Für Schranck und seine Gemeindevertretung stand noch vor kurzem die alles entscheidende Frage, sanieren oder abstoßen. "Das Gebäude war mächtig in die Jahre gekommen. Das letzte Mal wurde nach der Wende etwas an der Heizung gemacht. Bei starkem Regen stand der Keller bis zu zehn Zentimeter unter Wasser", berichtet der 52-Jährige. Nun hat die Mehrzweckstätte neben der Außenfassaden-Wärmedämmung unter anderem auch neue Fenster und Fußböden, eine Akkustikdecke im Saal, eine Teeküche, zwei Veranstaltungsräume, eine kleine Bühne sowie ein Vereinszimmer für bis zu 40 Personen bekommen. Auch der WC-Bereich wurde natürlich modernisiert und behindertengerecht gestaltet, betont Schranck.

Dass 22 Kameraden der Feuerwehr Niendorf-Grebs in einem Arbeitseinsatz die alten Klos samt Wänden rausgebrochen haben, damit dank der Eigenleistungen Geld gesperrt werden könne, vergisst der Dorfobere ebenfalls nicht zu erwähnen, der diesen künftigen Anlaufpunkt für die Gemeinde begrüßt. Denn der habe für die Ortsteile bisher gefehlt. Ein Drittel des bisherigen Hauses hatte die örtliche Freiwillige Feuerwehr vor 2004 bezogen. Auch sie profitiert wie die örtlichen Vereine, beispielsweise der Jugendhof Mullewapp e.V. und der Gemeinnützige Heimat- und Museumsverein Grebs und Umgebung e.V., sowie caritative Träger von der neuen Begegnungsstätte. Schranck betont weiter: "Ich denke es ist ein Dorfgemeinschaftshaus entstanden, das sich sehen lassen kann und welche in Zukunft auch Nutzer aus der Region einladen wird, hier ihre Feste zu feiern. Wir als Gemeinde werden uns bemühen, dieses Gebäude einer vielfältigen Nutzung zu erschließen. Hier gilt es auch das Nutzungskonzept durch die Gemeinde ständig weiter zu entwickeln. Familientage, Weihnachtsfeiern und Jahreshauptversammlungen, beispielsweise der Amtsfeuerwehr oder das Kreis- und Amtserntefest im nächsten Jahr sind da erst der Anfang." Schranck dankt besonders den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Grebs/Menkendorf und Niendorf. "Auch sie waren von Anfang an mit dabei. Haben geholfen bei den ersten Demontagearbeiten und vielen anderen Dingen, wenn Not am Mann und der Frau war."

Viele Einwohner der Gemeinde hätten die Kommune in dem Bemühen unterstützt, die Orte einen weiteren Schritt voran zu bringen. "Einige von ihnen haben gar in den letzten Wochen selbst aktiv mit geholfen, unser neues Gemeindehaus zu dem zu machen, was wir hier heute vor uns sehen."

Flurneuordnung, Dorferneuerung und die neuerliche Gestaltung der Dorfbilder haben, so Schranck, dabei einen hohen Stellenwert. "Nur so haben unsere Orte wirklich eine Zukunft. Als einer der wenigen in der Region klagen wir nicht über Leerstände bei Wohnungen und Häusern. Unsere Strukturen sind relativ stabil. Menschen müssen sich in ihren Wohnorten wohlfühlen. Und sie brauchen Arbeit in erreichbarer Nähe. Dafür setzen wir uns als Gemeinde ein, mit allem was uns möglich ist. Dörfliche Gemeinschaft heißt aber auch, dass man sich besser kennt als in der Anonymität großer Städte.

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