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Lokales

22. September 2017 | 06:20 Uhr

Neuer Schwung für Theaterbau

vom

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erstellt am 21.Okt.2010 | 09:17 Uhr

Rostock | Anschub für das Megaprojekt Theaterneubau: Prof. Dieter Neßelmann, Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion, fordert von der Verwaltung, endlich Klarheit in Bezug auf Standort und Finanzierung zu schaffen. Bis zum 30. November sollen der Bürgerschaft die Vorzüge der möglichen Standorte Am Bussebart, Stadthafen und Rosengarten dargestellt werden. "Bereits 1992 hat die damalige Bürgerschaft den Neubau eines Theaters beschlossen", sagt Neßelmann. Passiert ist seitdem wenig, auch wegen der klammen Stadtkasse.

Der Fraktionsvorsitzende bezweifelt auch, dass Rostock die veranschlagten 40 bis 60 Millionen Euro allein bewältigen kann. "In der derzeitigen Haushaltssituation erscheint eine direkte Finanzierung in den kommenden Jahren nicht realisierbar", sagt Neßelmann. Deswegen soll die Verwaltung der Bürgerschaft bis zu ihrer Sitzung im April kommenden Jahres alternative Finanzierungsmodelle und Fördermöglichkeiten vorlegen. In dem Antrag werden beispielsweise Public Private Partnership, Sale-and-Lease-Back-Modell oder Genossenschaftsmodell genannt.

Mit deren Hilfe soll nun doch noch Ersatz für das "Provisorium" Großes Haus geschaffen werden, in dem das Theater seit 1943 untergebracht ist. Die Anforderungen an den Neubau: ein großer Saal mit 600 bis 700 Plätzen sowie ein kleiner Saal mit Platz für 200 Besucher. Die ursprünglich geplante Eröffnung am 24. Juni 2018, dem 800. Stadtgeburtstag, scheint allerdings schon jetzt nur noch schwierig erreichbar. Vergleichbare Projekte in anderen deutschen Städten haben acht bis elf Jahre Bauzeit in Anspruch genommen.

Deswegen drängt auch der Finanzausschuss. Er stimmte dem Prüfauftrag gestern Abend mit großer Mehrheit zu - auch wenn der Chef des Stadtplanungsamtes, Ralph Müller, betonte, dass erst zum Ende des ersten Quartals 2011 realistischerweise mit Ergebnissen zu rechnen sei. Die Mitglieder des Ausschusses forderten, dass der Bericht der Stadtverwaltung auch Aussagen zum Bestand geeigneter Grundstücke der Hansestadt Rostock enthält.

Unterstützung für den Prüfauftrag kommt außerdem vom Ortsbeirat Stadtmitte. "Bisher wurde allerlei geredet, aber alles ist unklar", sagt dessen Vorsitzender Werner Simowitsch (Linke). Daher begrüße er den neuen Antrag, von dem er sich konkrete Entscheidungshilfen verspricht.

"Wir gehen schon seit 15 Jahren mit dem Bussebart schwanger - den gibt es so schon gar nicht mehr", sagt er. Durch die zwischenzeitlich gebaute Verbindungsstraße zwischen Am Strande und Langer Straße hat die Fläche für den Ortsbeiratsvorsitzenden als Standort eines neuen Theaters deutlich an Attraktivität verloren. Trotzdem ist der Bussebart seit 2002 im städtischen Rahmenplan als Spielstätte vorgesehen. Auch eine Expertise von 2003 hatte sich für das Areal ausgesprochen.

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