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Lokales

23. Oktober 2017 | 15:28 Uhr

Neuer Köder für Urlauber

vom

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erstellt am 13.Sep.2010 | 07:09 Uhr

Rostock | Das Angeln ohne Fischereischein wird in Mecklenburg-Vorpommern wesentlich leichter. Bislang konnte mit dem 20 Euro teuren Touristenfischereischein jährlich an 28 aufeinanderfolgenden Tagen geangelt werden. Nach einer Änderung der Fischereischeinverordnung kann das Papier nun mehrmals im Jahr um jeweils bis zu 28 weitere Tage für jeweils 13 Euro verlängert werden, wie der Landestourismusverband gestern mitteilte.

Es könne neben den Ordnungsämtern nun erstmals auch bei Touristeninformationen, Kurverwaltungen oder Campingplatzbetreibern erworben werden. Die Regelung sei zudem nicht auf Touristen beschränkt, sondern gelte auch für Einheimische. Der Touristenfischereischein war 2005 in MV eingeführt worden und hat sich als Erfolg herausgestellt. Nach Angaben des Tourismusverbands wurden 2006 gut 7200 Scheine ausgestellt, im vergangenen Jahr mit knapp 13 700 fast doppelt so viele. Auch in diesem Jahr werde mit einer leichten Steigerung gerechnet.

Backhaus: einfacher testen, ob Angeln Spaß macht

Mecklenburg-Vorpommern hat neben den Ostsee-Küstengewässern rund 2000 Seen. Der Tourismusverband hatte sich lange für eine unbürokratischere und kundenfreundlichere Regelung beim Angeln ausgesprochen, sagte der Präsident des Verbands, Mathias Löttge. "Mit der Liberalisierung wird Mecklenburg-Vorpommern seine gute Position im Angeltourismus weiter ausbauen."

Ein Urlaubsland wie MV müsse der Tatsache, dass Angeln zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen gehört, Rechnung tragen, sagte auch Umweltminister Till Backhaus (SPD). Nun könnten noch mehr Menschen auf einfachem Weg testen, ob ihnen Angeln Spaß macht. "Dem Urlaubsland Mecklenburg- Vorpommern bringt der Touristenfischereischein auf jeden Fall eine Menge Pluspunkte ein."

Der Präsident des Landesverbandes der Binnenfischer, Ulrich Paetsch, bezeichnete die Neuregelung als Kompromiss. Er habe sich eher die brandenburgische Lösung vorgestellt.

Rostocker Zoologe befürchtet Tierquälerei

Dort sei das Angeln auf Friedfische nicht scheinpflichtig, für Raubfische hingegen ist ein Fischereischein erforderlich. Wichtig sei aber, dass Touristen sich mit einer Unterschrift verpflichten, sich in einer Broschüre beispielsweise über den Tierschutz zu informieren, sagte Paetsch. Auch der Rostocker Zoologe Ragnar Kinzelbach zeigte sich "ein bisschen skeptisch". Es bestehe die Gefahr, dass das Angeln in Tierquälerei endet. "Sachkunde muss da sein", sagte er. Zudem könne der Fischbestand in manchen Seen weiter reduziert werden. Allerdings sei die Entnahme von Fischen durch Freizeitangler sehr gering. In Abwägung der Vor- und Nachteile sehe er die Neuordnung leicht im Vorteil.

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