Neuer Holzbelag zum Stromerwachen

Bahnhofsbrücke Warnemünde: Vorarbeiter Torsten Falck (l.) und Jens Seibel ersetzen die alten Bohlen durch eine sieben Zentimeter starke Beplankung. Georg Scharnweber
1 von 2
Bahnhofsbrücke Warnemünde: Vorarbeiter Torsten Falck (l.) und Jens Seibel ersetzen die alten Bohlen durch eine sieben Zentimeter starke Beplankung. Georg Scharnweber

von
06. April 2010, 09:40 Uhr

Warnemünde | Auf der Bahnhofsbrücke sind Torsten Falck, Jens Seibel, Roland Hentschel und weitere Kollegen von der Firma Fachsanierung Kucher Bau seit gestern dabei, die 1991 verlegten und inzwischen teils recht morschen Eichenbohlen im Gehwegbereich der Bahnhofsbrücke aufzunehmen und durch Planken aus Lärchenholz zu ersetzen.

"Wir haben eine 1-a-Qualität geliefert", sagt Forstamtsleiter Jörg Harmuth. Geschlagen worden sind die Lärchen, die zwischen 80 und 90 Jahre alt waren, im der Hansestadt Rostock gehörenden Revier Torfbrücke. Nach einer Trocknung in einer Spezialkammer sollen sie nun, passend geschnitten und sorgfältig verlegt, zehn, ja vielleicht sogar 15 Jahre als Laufplanken auf der 1903 in Betrieb genommenen und unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofsbrücke dienen. Während dafür die besten Stücke der Bäume ausgewählt worden sind, findet auch das restliche Holz noch sinnvolle Verwendung. So beispielsweise bei der Überbrückung des Radelbaches im Revier Schnatermann. "Holz aus der Rostocker Heide zu Bauzwecken zu verwenden, das ist in der Hansestadt eine Jahrhunderte alte Tradition, die sich bis in die heutige Zeit fortsetzt. Außerdem versorgt das Rostocker Stadtforstamt auch Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern mit Hölzern. So beispielsweise haben wir bereits Mitte der 1990er-Jahre Lärchen für den Belag mehrerer Seebrücken entlang der Ostsee geliefert. Nun wollen wir hier in Warnemünde erstmals die Kombination des Nadelbaums Lärche und des Laubbaums Eiche testen", sagt Harmuth. Deshalb haben die Waldarbeiter im Januar bereits mehrere Eichen im Revier Schnatermann gefällt, die nun etwa ein Jahr an der Luft trocknen müssen, bevor sie im Frühling 2011 passend geschnitten auf dem Fahrbahnbereich der rund 80 Tonnen schweren und 29,5 Meter langen Drehbrücke verlegt werden sollen.

Das geschieht dann im Zusammenhang mit der Pflege des mehr als 100 Jahre alten Brückenkörpers. "Wir werden diese Teile dann sandstrahlen, neue Farbe und schließlich den notwendigen Korrosionsschutz aufbringen", sagt Anja Koch, die im Tief- und Hafenbauamt für städtische Brücken und Ingenieurbauwerke verantwortlich ist.

Bis es aber so weit ist, haben die Handwerker im Gehwegbereich des wertvollen technischen Denkmals alle Hände voll zu tun, um die alten Hölzer herauszureißen sowie 160 Bohlen mit je 1,95 Metern und 285 mit je 1,40 Metern Länge zu verlegen. Die Planken sind jeweils sieben Zentimeter stark und 18,6 Zentimeter breit. Zwischen ihnen lassen die Handwerker bewusst wieder einen Abstand von 1,5 Zentimetern, denn das Holz als Naturprodukt unterliegt nicht nur gewissen Abnutzungserscheinungen, sondern benötigt in der Hoffnung auf eine lange Haltbarkeit auch eine entsprechende Belüftung. Angesichts der Fugen heißt es für Damen, die hochhackige Schuhe tragen, weiterhin: Augen auf!

Das Tief- und Hafenbauamt informiert, dass die historische Drehbrücke nicht gesperrt wird. Da die Arbeiten also bei laufendem Verkehr erledigt werden, bittet die Stadtverwaltung um Verständnis, wenn es kurzzeitig einmal zu Sperrungen der Gehwegbereiche und teilweise zu Einschränkungen im Fahrbahnbereich des technischen Denkmals kommen kann. Rund zwei Wochen Zeit sind für die neue Beplankung veranschlagt, so dass das Bauwerk pünktlich zum Stromerwachen und damit zum Start in die Hauptsaison am Sonnabend, 1. Mai, gedreht werden kann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen