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Goethe-Gymnasium Schwerin : Neuer Campus soll zehn Millionen Euro kosten

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Musikproben in einer stillgelegten Schwimmhalle? Für die Bigband Baggs des Schweriner Goethe-Gymnasiums ist das Alltag. Aus Mangel an Platz wurde das ehemalige Schwimmbecken überbaut und umfunktioniert.

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erstellt am 19.Nov.2011 | 05:51 Uhr

Weststadt | Musikproben in einer stillgelegten Schwimmhalle? Für die Bigband Baggs des Schweriner Goethe-Gymnasiums ist das Alltag. Aus Mangel an Platz und Alternativen wurde das ehemalige Schwimmbecken überbaut und umfunktioniert. So pfeift das Musik-Gymnasium zwar in Sachen Platz seit Langem aus dem letzten Loch, dennoch hat es sich in den vergangenen Jahren über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Etwa die Hälfte seiner Schüler kommen der Verwaltung zufolge täglich aus dem Umland zum Unterricht in die Landeshauptstadt.

Dem will Schwerin langfristig Rechnung tragen. Für knapp zehn Millionen Euro soll das Goethe-Gymnasium generalüberholt werden. So sehen es zumindest Pläne vor, die zurzeit im Zentralen Gebäudemanagement (ZGM) überarbeitet werden. "Erste Umbau-Vorhaben aus den 90er-Jahren waren zu klein dimensioniert", sagt ZGM-Abteilungsleiter Roland Göpfert. 3,7 Millionen Euro waren damals veranschlagt und das Vorhaben aufgrund rückläufiger Schülerzahlen kurz darauf auf Eis gelegt worden. Doch das änderte sich in den vergangenen Jahren. Heute besuchen knapp 800 Schüler das Goethe-Gymnasium. "Die Nachfrage ist hoch. Wir müssen viele Absagen erteilen", sagt Holger Buck, stellvertretender Leiter des Schulamtes. Die Schule genieße einen exzellenten Ruf, den die Landeshauptstadt in den kommenden Jahren mit umfangreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen untermauern will.

"Das Projekt ist ehrgeizig, die Kosten bislang grob kalkuliert", sagt Sozialdezernent Dieter Niesen (SPD). Aus dem Gymnasium soll ein Schul-Campus werden. So soll anstelle der ehemaligen Sporthalle, in der auch die alte Schwimmhalle untergebracht ist, ein Neubau hochgezogen werden. Der wird den Plänen zufolge unter anderem Platz für eine Bibliothek, einen Verwaltungstrakt und einen Klausurraum bieten. So würden mehr als 400 Quadratmeter zusätzlicher Raum entstehen. Auch die Fachräume wie für Chemie und Physik benötigen eine Sanierung.

"Energetisch gesehen ist die Schule derzeit zum Teil eine Katastrophe", sagt Niesen. Einige Fensterscheiben würden nur noch von der Farbe in den Rahmen gehalten. Der "Container-Anbau" sei längst überholungsbedürftig, so der Dezernent weiter. Er sehe dringenden Handlungsbedarf, der allerdings durch fehlende Finanzmittel derzeit ausgebremst werde.

Schwerin wird ein so umfangreiches Bauprojekt voraussichtlich nicht aus eigener Kraft stemmen können. Mögliche Töpfe für Fördermittel hat die Verwaltung nach eigenen Angaben bislang nur unzureichend abgeklopft. Die Planungen für einen Goethe-Campus sind laut ZGM-Abteilungsleiter Göpfert noch nicht weit genug fortgeschritten. Mit einem Baustart rechnet die Verwaltung deshalb nicht vor 2013. Mindestens bis dahin muss also die Bigband Baggs weiterhin in der ehemaligen Schwimmhalle proben.

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