Neue Wohngebiete stoppen Stadtflucht

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22. Dezember 2009, 08:33 Uhr

Schwerin | Durch die Ausweisung neuer Wohngebiete nimmt die Bevölkerungszahl von Schwerin nach den hohen Einwohnerverlusten in den 90er-Jahren nur noch leicht ab. Vor allem die großen Wanderungsverluste an das Umland konnten so sogar umgekehrt werden. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Studie der HypoVereinsbank zum Wohnimmobilienmarkt in Schwerin.

"Die Nachfrage nach Eigenheimen und Baugrundstücken in Schwerin hat sich deutlich belebt", sagt Thomas Panske, Leiter des Filialverbundes Schwerin der HypoVereinsbank. Das Baulandangebot sei ausreichend und verteile sich auf das gesamte Stadtgebiet. Panske: "Vor allem die erst jüngst erschlossenen Flächen in unmittelbarer Seenähe erfreuen sich großer Beliebtheit."

Das Bodenpreisniveau ist dennoch leicht rückläufig. So kosten Grundstücke in guten und sehr guten Lagen zwischen 80 und 190 Euro pro Quadratmeter. Für freistehende Einfamilienhäuser müssen in sehr guten Lagen bis zu 280 000 Euro bezahlt werden. Thomas Panske: "Die Nachfrage und die Preise für Reihen- und Doppelhäuser sind in den letzten Jahren indes zurückgegangen, da ein größeres Angebot an kleinen Grundstücken auch den Bau eines freistehenden Hauses ermöglicht."

Die insgesamt mäßige Nachfrage bei Eigentumswohnungen hat leicht angezogen. "Neben älteren Menschen zeigen auch wieder private Kapitalanleger Kaufinteresse", erklärt Panske. Das Marktgeschehen konzentriere sich dabei auf innerstädtische und gute Lagen. Die Preise haben sich überwiegend stabilisiert und liegen in sehr guten Lagen zwischen 1750 und 2200 Euro pro Quadratmeter.

Der stärkere Zuzug älterer Menschen - auch ausgelöst durch die Bundesgartenschau in diesem Jahr - wird laut HypoVereinsbank vorerst anhalten.

Das Schweriner Mietniveau im einfacheren Wohnungsbestand ist durch fortlaufende Modernisierungen stabil mit leicht ansteigender Tendenz. Die Mieten liegen in sehr guten Lagen zwischen 6,50 und acht Euro pro Quadratmeter. Panske: "Allerdings ist der Markt weiterhin zweigeteilt." Während in den sanierten, gewachsenen, zentralen Wohnlagen die Leerstände sinken würden, hätten randstädtische Großwohnsiedlungen mit Ausnahme der Weststadt erhebliche Belegungsprobleme. Da sich diese durch die anhaltende Abwanderung vor allem in die Altbundesländer noch verschärfen würden, müsse der Wohnungsrückbau fortgeführt werden, sagt Thomas Panske. "Sollte dies gelingen, ist von einer dauerhaften Konsolidierung des Marktes und der Preise auszugehen."

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