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Lokales

19. November 2017 | 18:55 Uhr

Neue Tunnel retten Fischotter vor Unfalltod

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svz.de von
erstellt am 15.Okt.2010 | 12:56 Uhr

Bantin | Die Gefahr ist gebannt: Wenn die Fischotter im Hammerbach durch Bantin schwimmen, dann müssen sie künftig nicht mehr bei Durchlässen oder Brücken das Wasser verlassen und den gefährlichen Weg über den Fluss auf der Straße nehmen. Für sie hat die Deutsche Wildtier Stiftung und das Biosphärenamt in Boissow und Bantin insgesamt vier Brücken so erneuert, dass die Tiere auf einem lauf-stegähnlichen steinigen Uferweg unter der Brücke hindurch wandern können. "Der Otter schwimmt nicht gern unter Brücken, sondern verlässt lieber den Fluss und läuft oben auf der Brücke rüber", sagt Mathias Hippke von der Biosphärenreservatsverwaltung. "Und weil er ein nachtaktiver Wanderer ist, passieren genau dann viele Unfälle, bei denen die Tiere beim Überqueren der Brücke überfahren werden." Ein bis zwei Otter sterben auf diese Weise jährlich im Biosphärenreservat Schaalsee.

Der Fischotter steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. "Jeder Unfalltod eines Otters ist ein großer Verlust", sagt Margit Meergans von der Deutschen Wildtierstiftung. Denn in Deutschland leben nur noch schätzungsweise 700 Fischotter. Eine der vitalsten Fischotter-Population gibt es im Biosphärenreservat am Schaalsee, weiß Margit Meergans, die sich in dieser Woche die neuen Brücken über den Hammerbach vor Ort anschaute. Dass die Otter an dieser Stelle bis vor kurzem noch über die Straße liefen, haben die Ranger anhand von Spuren nachgeweisen. "Heute nutzen sie den kleinen Weg unter der Brücke" sagt Mathias Hippke. "Sie haben die Feldsteine im Tunnel neben dem Fluss bereits mit ihren Losungen markiert."

An insgesamt 70 Plätzen im Biosphärenreservat kontrollieren Ranger den Otterbestand. "An 80 Prozent der Stellen ist die Otter-Population durch Kot und Markierungen nachgewiesen", sagt Hippke.

Die neuen vier Querungen würden aber nicht nur das Leben der Otter retten. "Sie verbessern die gesamte Biotopstruktur", sagt Hippke. Denn mit zusätzlichen Pflanzungen am Ufer werde der Bach aufgewertet und damit Lebensraum für andere Tiere geschaffen.

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