Neue Technik trotz Durststrecke

Die SBL Stahl- und Behälterbau Ludwigslust hat wegen der Finanzkrise mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Kurzarbeit musste beantragt werden. Im zweiten Halbjahr wird mit einer Verbesserung gerechnet. Der Optimismus zeigt sich auch im Kauf einer hochmodernen Maschine.

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05. Februar 2009, 06:32 Uhr

Ludwigslust | Die SBL Stahl- und Behälterbau Ludwigslust GmbH & Co. KG blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2008 zurück. Die Firma erzielte mit über 11 Millionen Euro Warenproduktion den höchsten Umsatz in der Firmengeschichte. "Der Kundenstamm konnte schrittweise erweitert werden", berichtet Geschäftsführer Thomas Schrapers. "So haben seit langer Zeit auch wieder Anlagen für Mecklenburg-Vorpommern geliefert. In Rostock und Greifswald wurden für das Unternehmen HOLCIM Reihensiloanlagen für Bauzuschlagstoffe errichtet."

Finanzmarktkrise hat Erfolgsunternehmen erreichtDie Finanzmarktkrise hat das Ludwigsluster Erfolgsunternehmen mit seinen rund 100 Mitarbeitern erreicht. Im letzten Quartal 2008 zeichnete sich ein großer Rückgang beim Auftragsvolumen ab. Der Auftragsbestand reduzierte sich um 40 Prozent. "Unsere Erfahrung belegt, dass Aufträge, die bis zum Jahresende nicht unter Dach und Fach sind, auch für das kommende Halbjahr nicht kommen. Darum hat die Geschäftsführung in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat bei der Agentur für Arbeit Schwerin Kurzarbeitergeld für die ersten Monate des Jahres beantragt", so Schrapers.

Betriebsratsvorsitzender Jürgen Horn setzte sich engagiert für den Erhalt von Arbeitsplätzen ein und sprach sich gegen betriebsbedingte Entlassungen aus. Ihm ist aber klar, und darauf hat er die Mitarbeiter hingewiesen, dass bei Leistungsspitzen der Einsatz eines jeden Kollegen gefragt sei. Nur so könne eine schwierige Zeit erfolgreich gemeistert werden.

Die Kurzarbeiterregelung sei im Januar mit Verständnis und großer Disziplin der Belegschaft umgesetzt worden, resümiert Geschäftsführer Schrapers.

Während dieser Zeit will die SBL ihre Mitarbeiter auf dem Gebiet der Schweißtechnik und der Bürokommunikation über die Agentur für Arbeit qualifizieren. Die von dort angebotene Regelung sei sehr flexibel und unbürokratisch, sagt Schrapers. So könne bedarfsgerecht weiter produziert werden, wenn die Auftragslage es erfordere.

Zeichen stehen auf OptimismusDie Zeichen stehen auf Optimismus. Die SBL hat im Dezember 2008 eine computergesteuerte Plasmaschneidanlage für eine Viertelmillion Euro gekauft, die die 40 Jahre alte Autogenbrenntechnik ablöst. Die Geschäftsführung entschied sich trotz der sich anbahnenden Finanzkrise für die Investition, um damit einen Produktivitätsschub zu erzielen.

In dieser Woche nahm die neue Maschine aus Zwickau den Produktionsbetrieb auf.

"Die neue Technik ist für die Mitarbeiter noch gewöhnungsbedürftig, obwohl sie umfangreich geschult wurden", sagt Thomas Schrapers. Künftig kann der Bediener an der Maschine das Bearbeitungsprogramm direkt aus der Konstruktionsabteilung abrufen.

Die Geschäftsführung sieht nach Gesprächen mit den Hauptkunden eine Verbesserung der Auftragslage ab dem zweiten Halbjahr. "Trotz dieser Durststrecke hält die SBL an dem Industriestandort Ludwigslust fest und hofft, dass sich in Verbindung mit der Stadt Ludwigslust und dem Vermieter des Grundstückes, der HNP 1. Immobilien GmbH & Co. KG Ludwigslust, die Standortfaktoren so verbessern, dass weitere Investitionen auf dem Werkgelände 2009 und 2010 folgen können", blickt Schrapers voraus.

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