Neue Details belasten Amtsleiter

In der Dienstwagen-Affäre von Rehna sind weitere Details bekannt geworden. Der Spitzenbeamte des Amtes soll den Dienstwagen auch für Privatfahrten benutzt haben. In dieser Zeit soll der Mann Touren bis nach Thüringen unternommen haben.

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14. September 2009, 01:57 Uhr

Rehna | Der Öffentlichkeit wurden bislang keine Details genannt. Dafür sickern aber immer weitere Informationen durch. Es ist von einem möglichen Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro die Rede. Außerdem soll es nach SVZ-Informationen Fahrten bis nach Thüringen gegeben haben - auf Kosten des Steuerzahlers - sowie Unregelmäßigkeiten bei Tankabrechnungen. Das Vertrauen der Bürgermeister habe der Spitzenbeamte verspielt, verdeutlicht ein Kommunalpolitiker. Bürgermeister, wie das Dechower Gemeindeoberhaupt Jürgen Haupt, sprechen inzwischen offen von einer Affäre.

Der Spitzenbeamte selbst schweigt zu den Vorwürfen. "Ich werde mich zu nichts äußern. Das darf ich nicht und das mache ich nicht", erklärte Dirk Gros auf SVZ-Anfrage. Ein Ermittlungsteam soll Licht in das Dunkel bringen. "Wir werden die Vorgänge lückenlos aufklären und wollen das Verfahren nicht gefährden", sagt der neue Rehnaer Amtsvorsteher Andreas Spiewack.

Der Landkreis Nordwestmecklenburg ist über die internen Ermittlungen gegen den Beamten in Kenntnis gesetzt worden. Rechtsexperten des Kreises haben bereits mit einer anderen Dienstwagen-Affäre zu tun. Sie leiteten ein Disziplinarverfahren gegen Boltenhagens Bürgermeister Olaf Claus ein.

Inzwischen ist klar, dass es nicht zum ersten Mal Ungereimtheiten bei Tankabrechnungen im Amtsbereich Rehna gibt. Vor etwa zwei Jahren soll der Chef einer Gemeindefeuerwehr monatelang eine Tankkarte genutzt haben, um privat zum Nulltarif zu tanken. Nachdem die Sache aufflog, dankte er ab.

Beamte, gegen die ein Disziplinarverfahren eröffnet wird, müssen je nach Schwere des Vergehens einen schriftlichen Verweis, eine Geldstrafe, die Kürzung der Dienstbezüge, eine Zurückstufung in der Gehaltsgruppe fürchten. Im schlimmsten Fall droht die Entfernung aus dem Beamtenverhältnis. Im Klartext: Rauswurf.

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