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Lokales

22. August 2017 | 18:41 Uhr

Neue Brücke erst ab Mai 2011

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Wittenberge | Aus der Befürchtung wird die Tatsache: Die neue Brücke über die Stepenitz wird zum Jahresende nicht fertig. Als neuen Termin nennt der Chef des Stadtbauamtes, Hubert Mackel, jetzt den Mai 2011 (der "Prignitzer" informierte bereits kurz). Zwei Hauptgründe führen die Baufachleute dafür ins Feld: Das Hochwasser im Sommer und nicht erwartete Funde und damit Behinderungen im Bauuntergrund - vermutlich alte Mauerreste. Das summierte sich. Die Brückenbauer haben nach Angaben der Stadt, die Auftraggeber für die millionenschwere Investition ist, sechs Wochen Zeitverzug.

Es sind entscheidende Wochen. Denn es geht in den Winter. Da wird erfahrungsgemäß nicht gearbeitet werden können. Die Endfertigung verlagert sich ins Frühjahr.

Forderung nach Instandhaltung des Berliner Wegs

Zumindest nach außen hin gefasst nahmen die beiden Ortsvorsteher von Hinzdorf und Zwischendeich, Heike Paasch und Peter Ehrhorn, auf der Sitzung des Wirtschaftsausschusses die Mitteilung von der Bauverzögerung auf. "Es ist wahrlich nicht schön, es zu ändern, liegt aber auch nicht in unserer Hand", kommentiert Heike Paasch gegenüber dem "Prignitzer". Sie wie auch Peter Ehrhorn und Ausschussmitglied Uwe Peetz erwarten aber von der Stadt, "dass der Berliner Weg regelmäßig gepflegt und so gut wie möglich in Schuss gehalten wird". Ein Lob gibt es in diesem Zusammenhang für den Stadtbe triebshof, "der sein Möglichstes tut", wie die Hinzdorfer Ortsvorsteherin überzeugt ist.

Eine Abkürzung entlang der Bahntrasse

Wer im Straßenverzeichnis von Wittenberge nachschlägt, wird keinen Berliner Weg finden. Für den Schleichweg entlang der Bahntrasse Richtung Hauptstadt hat sich dieser Begriff aber eingebürgert. Bis zur Sperrung der alten Hafenbrücke vor einem Jahr am 12. Oktober war diese Buckelpiste eigentlich nur für Landwirtschaftsfahrzeuge und ab und an für einen Lkw interessant. Seit fast zwölf Monaten bedeutet der Weg, über den motorisierte Hinzdorfer, Zwischendeicher und die Leute aus den anderen Ortsteilen eine Abkürzung von fast 20 Kilometern pro Tour, wenn sie von ihren Dörfern nach Wittenberge wollen. Von Wittenberge aus gesehen beginnt der Weg am Fuß der ehemaligen Zellwolledeponie, führt an Wiesen und Feldern, weidenden Kühen vorbei und stößt nach mehreren mehr oder minder scharfen Biegungen nach nur 3,3 Kilometer Gesamtlänge auf jenen asphaltierten Weg, der von der Kap-Straße aus hinter der Karthanebrücke Richtung Groß Breese führt. Nach Groß Breese gelangt man allerdings nicht mehr, weil es keinen Weg über die Bahnlinie gibt. Die Rufschranke wurde vor etlichen Jahren demontiert.

Ärger über Verzögerung und umständliche Fahrerei

Am Montagabend sitzt Robert Fabricius hinter dem Steuer seines Wagens, hinter sich einen Pkw-Hänger - beladen mit Materialien aus dem Baumarkt. Die Nachricht von der Bauverzögerung treibt ihm den Ärger ins Gesicht. "Jeden Tag muss ich von Garsedow in die Stadt. Ich habe es satt." Auf dem Beifahrersitz nickt Daniel Marquardt. Alle zwei Tage muss er nach Wittenberge. Die umständliche Fahrerei ärgere ihn, sagt er. Beide Männer sind sich einig: Die Abkürzung über den Berliner Weg sei ja eine Erleichterung, gut sei sei aber nicht.

Dabei tut der Betriebshof nach eigenem Bekunden, was er kann. "Alle zwei bis drei Wochen sind wir auf der Strecke im Einsatz, bei Bedarf noch zusätzlich", erklärt Betriebshofchef Andreas Grieswald.

Im Oktober wird die Stahlbrücke in Einzelteilen geliefert

Auf der Brückenbaustelle wird derzeit weiter gearbeitet. Aber auch zu jener Zeit, als sich sichtbar dort nichts getan habe, liefen notwendig Vorbereitungsarbeiten. Bei der Auftragsvergabe und bei dem Abschluss von Verträgen war die Kommune allerdings auch immer auf den Fördermittelgeber und auf die Zuwendungsbescheide für das Geld abhängig.

Die Konstruktion für die Stepenitzquerung entsteht in Einzelteilen in einem Werk in Schönebeck. Im Oktober sollen die Stahlelemente geliefert und auf Garsedower Seite zu einer Brücke zusammengesetzt werden. Die Konstruktion, die der Eisenbahnbrücke über die Stepenitz sehr ähnlich sein soll, wird anschließend Richtung Wittenberger Ufer eingeschoben.

Erst dann werden die Fahrbahn sowie die begleitenden Fuß- und Radwege mit Beton versehen und ihre abschließende Fahrbahndecke erhalten. Das wird allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach im Frühjahr 2011 sein.

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erstellt am 21.Sep.2010 | 07:00 Uhr

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