zur Navigation springen

Sellering stellt Strategiebericht zum demografischen Wandel vor : Neue Arbeitschancen für Ältere

vom

Die Zahl der Menschen in MV wird immer kleiner und das Durchschnittsalter steigt. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sieht in dem demographischen Wandel auch Chancen, das Land zu modernisieren.

svz.de von
erstellt am 17.Mär.2011 | 07:29 Uhr

Schwerin | Die Zahl der Menschen in MV wird immer kleiner und das Durchschnittsalter steigt. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sieht in diesem so genannten demographischen Wandel auch Chancen, das Land zu modernisieren. Im Landtag warf ihm die Opposition gestern aber vor, keine Strategie zu haben, wie mit dem Wandel umzugehen sei.

In 20 Jahren wird das Land den Prognosen zufolge weniger als 1,5 Millionen Einwohner haben, die im Durchschnitt 51 Jahre alt sein werden. Weil sich dies auf fast alle Lebensbereiche auswirkt, nutzte Sellering in diesen Zeiten des Vorwahlkampfs die Vorstellung des Strategieberichts "Demographischer Wandel" zu einer politischen Gesamtschau. Wer den demographischen Wandel stoppen wolle, brauche attraktive Arbeitsplätze, so Sellering. "Als Niedriglohnland hat Mecklenburg-Vorpommern keine Chance." Der sich abzeichnende Facharbeitermangel biete zudem Älteren eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt. Voraussetzung sei aber, dass die Menschen "von Anfang an" gut ausgebildet werden. Wegen des demographischen Wandels müssten Arbeitsplätze einerseits altersgerecht und andererseits auch familiengerecht eingerichtet werden. Wo weniger Menschen leben, besonders auf dem Land, fahren weniger Busse, lassen sich kaum Ärzte nieder, schließen mangels Schülern die Schulen und geht den freiwilligen Feuerwehren das Personal aus. Diese Herausforderungen zu meistern, so Sellering, biete die Chance, moderne Infrastrukturen aufzu bauen, die auch Vorbild für andere Regionen sein könnten. Die Landesregierung jedoch könne meist nur den Rahmen setzen. Gefragt seien Eigeninitiative.

Helmut Holter, Fraktionschef der oppositionellen Linkspartei, warf Sellering vor, er habe keine neue "zentrale Idee" präsentiert, wie mit dem demographischen Wandel umzugehen ist. Der Bericht enthalte nichts als bekannte Zahlen und längst begonnene Projekte. Es fehlten zum Beispiel auch Hinweise, wie gleichwertige Lebensbedingungen für die Stadt- und die Landbevölkerung gesichert werden können. Holter warf Sellering zudem vor, seine Demographie-Politik unter einen Finanzierungsvorbehalt zu stellen. Auch FDP-Fraktionschef Michael Roolf vermochte keine Strategie der Landesregierung zu erkennen und maß die Koalition an ihrer aktuellen Politik. Es drohe ein Fachkräftemangel, aber die Landesregierung lasse es an Unterstützung für die Berufsschullehrer mangeln. Sellering sage, es dürfe niemand zurückgelassen werden, aber Sonderschulen würden geschlossen und Schulsozialarbeiter fehlten. Der Ministerpräsident werbe um Ehrenamtliche, mache ihnen aber durch die Kreisgebietsreform die Arbeit schwer. Statt den Bus- und Bahnverkehr zu unterstützen, würden den Landkreisen die Gelder dafür gekürzt. Erwartungsgemäß verteidigte Wolf-Dieter Ringguth (CDU) den Bericht der Landesregierung und schlug eine Enquetekommission vor, um über weitere Facetten des demographischen Wandels zu beraten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen