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Damian (eineinhalb) hat derzeit Gabriele Müller als Tagesmutter. Im Hintergrund: Emma-Charlotta Mischker, die früher ebenfalls von ihr betreut wurde.Christiane Großmann
Damian (eineinhalb) hat derzeit Gabriele Müller als Tagesmutter. Im Hintergrund: Emma-Charlotta Mischker, die früher ebenfalls von ihr betreut wurde.Christiane Großmann

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02. Januar 2010, 08:39 Uhr

Parchim | Kinder sind ihr Leben: Seit genau vier Jahrzehnten hütet Helga Riedel aus Kossebade unsere jüngsten Erdenbürger und begleitet sie ein ganzes Stück bei ihren ersten Schritten auf dieser Welt: mit Kompetenz, Liebe und Einfühlungsvermögen - zunächst als Erzieherin in der Kindertagesstätte der Gemeinde, seit 1997 als Tagesmutter. Auch Arite Klatt ist in Kossebade als Tagesmutter tätig und sie liebt ihre Arbeit über alles. Beide engagieren sich im noch jungen Verein zur Förderung der Kinder in Kindertagespflege im Landkreis Parchim e. V. Seit dem Frühjahr vergangenen Jahres heißt die Vorsitzende Arite Klatt.

Die couragierte junge Frau möchte mit ihrem Engagement die Tagespflege als flexible Betreuungsform im Landkreis weiter stärken helfen. Denn leider müssen Tagesmütter bzw. -väter immer noch zu häufig ihre Kompetenz nach außen hin verteidigen und ihre Gleichstellung einfordern. Obwohl sie doch wie z. B. Helga Riedel aus Kossebade oder Conny Menning aus Techentin mit einer langjährigen Berufserfahrung im Erzieherbereich gesegnet sind und eine umfassende Ausbildung zur Tagesmutter absolviert haben, die wahrlich kein Kinderspiel ist. "Eine Tagesmutter bildet, erzieht und fördert die ihnen anvertrauten Kinder in ganz unterschiedlichen Bereichen. Darin liegt ihre Professionalität", unterstreicht Arite Klatt. Bewegungs- und Sprachförderung, musikalische Früherziehung oder die Förderung der Selbstständigkeit der Kinder seien selbstverständlicher Bestandteil des Tagesablaufes. Zumal u. a. das Kindertagesförderungsgesetz (KiföG) auch für jede Tagesmutter Richtschnur ihrer Arbeit mit Kindern ist. Nadine Mischker aus Zidderich weiß das nur zu gut: Nachdem sie bereits ihre heute vierjährige Tochter Emma-Charlotta einer Tagesmutter anvertraut hat, entschied sie sich nun auch, Sohn Odin (eineinhalb) in die Obhut von Gabriele Müller in Techentin zu geben. "Ich bin im Schichtdienst tätig und brauche ganz einfach Gewissheit, dass alles geregelt ist", begründet Nadine Mischker ihre Entscheidung.

Etwa 90 Tagesmütter sind derzeit im Landkreis Parchim tätig. Bisher 14 von ihnen vernetzen sich im Verein. "Die Qualitätsentwicklung in der Tagespflege hat bei uns oberste Priorität", nennt Arite Klatt eines der wichtigsten Vereinsziele.

Was damit gemeint ist, offenbart das Fortbildungsprogramm für die nächsten zwölf Monate, das von Eltern sogar kostenlos in Anspruch genommen werden kann. Themen sind u. a. Sprachentwicklung und Sprachförderung, Erste Hilfe am Baby und Kleinkind, ADHS/ADS, Stressbewältigung und Enspannungstechniken für Kinder und Erwachsene sowie ein 40 Unterrichtsstunden umfassendes Gordon-Familientraining. Als Referenten haben sich u. a. die Logopädin Susanne Hase, die Musikpädagogin Ulrike Lenth, die Facherzieherin für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche Heidi Rietz, die Tagesmutter und Übungsleiterin für Kinderyoga Doreen Medenwald oder die Diplom-Sozialpädagogin Anke Dechow zur Verfügung gestellt. Letztere engagiert sich selbst im Vereinsvorstand. Wohl jede im Landkreis tätige Tagesmutter dürfte in den zurückliegenden fast zwei Jahrzehnten einmal durch ihre Schule bei der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) gegangen sein.

Hier in der Alten Mauerstraße sind die Tagesmütter auch nach ihrer Qualifizierung stets gern gesehene Gäste, denn der Bildungsträger unterstützt in vielfacher Weise die gruppen- und vereinsbezogene Arbeit, indem er z. B. Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Erst im Dezember wuselte hier eine fröhliche Schar Tagesmütter mit ihren Lütten sowie einigen Mamas und Papas herum, die sich zur mittlerweile vierten Nikolausfeier eingefunden hatte. Solche Gelegenheiten, sich untereinander fachlich auszutauschen und "nebenbei" ihren derzeitigen Tageskindern Annelie und Leana auch Gruppenerfahrungen zu ermöglichen, sind Conny Menning aus Techentin unheimlich wichtig. So lädt der Verein auch einmal im Monat zum Krümelsport nach Mestlin ein und im Zweiwochenrhythmus zur frühkindlichen Musikerziehung nach Lübz.

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