Neptun Werft nimmt Fahrt auf

von
23. November 2010, 08:44 Uhr

Warnemünde | Das erste ist im Bau, vier weitere Flusskreuzfahrtschiffe folgen 2012. Gestern hat die Warnemünder Neptun Werft das Flussschiff "Viking Prestige" der Schweizer Reederei Viking River Cruise auf Kiel gelegt. Gleichzeitig unterzeichneten Torstein Hagen, Vorstandsvorsitzender der Reederei, und Neptun-Geschäftsführer, Manfred Müller-Fahrenholz, einen optionalen Vertrag für vier weitere Schiffe. "Wir müssen nur noch ein paar Feinheiten und technische Details klären", so Müller-Fahrenholz.

Die beginnende Zusammenarbeit feierten Reederei und Werft gestern bei der Kiellegung der "Viking Prestige". Dabei schritt die Ehefrau des niederländischen Reeders Ellen Karine Hagen zur Tat und legte traditionell eine Glücksmünze unter die erste Stahlscheibe. "Es ist für mich eine große Ehre, denn so etwas habe ich noch nie gemacht", sagt sie. Das Bauteil wird künftig mit einer zweiten Scheibe zu einem Block verschweißt. Bis zu ihrem Fertigstellungstermin am 15. Mai 2011, wird die "Prestige" aus fünf Blöcken mit einer Gesamtlänge von 135 Metern bestehen. Die kleinteilige Bauweise ermöglicht es, viele Komponenten in dem Flussschiff, mit der Baunummer 517, unterzubringen. "Außerdem ist es mit zukunftsweisender Antriebstechnik ausgestattet", sagt Müller-Fahrenholz. Den Diesel-elektrischen Antrieb hat die Schweizer Reederei in der europäischen Flussschifffahrt 2009 eingeführt. "Dadurch können der Brennstoffverbrauch bedarfsgerecht geregelt und dadurch gleichzeitig weniger Abgase ausgestoßen werden", so der Neptun-Geschäftsführer. Außerdem sei es möglich, die vorderen oder hinteren Maschinen wahlweise einzusetzen, je nachdem wo sich die Passagiere gerade aufhalten. "So werden sie in ihren Kabinen weniger gestört", sagt er. Mit den nächsten vier Kreuzfahrtschiffen, wollen die Kooperationspartner die ökologische Technik verfeinern und das Wohlbefinden der Passagiere auf ein Maximum steigern.

"Die vier Neubauten sind eine konsequente Weiterentwicklung unseres erfolgreichen Neubau-Konzepts", sagt Reeder Hagen. Schon im Frühjahr des kommenden Jahres sollen die weiteren vier Schiffe vom Stapel laufen. "Sie können dann flexibel auf dem Rhein, Main, Mosel und auf der Donau eingesetzt werden", sagt er. Zuerst wird jedoch die "Viking Prestige" am 15. Juni an ihren Eigentümer übergeben und nach Amsterdam ausgeliefert. "Das ist unser 16. Flusskreuzer", sagt Müller-Fahrenholz. 14 Schiffe seien bereits ausgeliefert worden und die Nummer 15 sei wie die "Prestige" noch im Bau. Ein Schwesterschiff des Cruisers, die "Viking Emerald", wird derzeit im Chinesischen Chongqing gebaut. Sie soll künftig den Jangtse befahren.

Reeder Hagen ist sehr erfreut, mit der "Prestige" wieder ein Schiff in Deutschland bauen zu lassen. "Die ersten vier Flussschiffe haben wir in Boizenburg in Auftrag gegeben", sagt er. Weitere elf entstanden in den Niederlanden. Mit seiner Gründung in Russland vor 13 Jahren ist Viking River Cruises ein junges aber aufstrebendes Unternehmen. Denn mittlerweile verfügt die Reederei über mehr als 20 Schiffe, die unter anderem in Deutschland, Russland, Frankreich, Ägypten und China die großen Flüsse befahren. Die Flotte besteht hauptsächlich aus werftneuen oder umgebauten Kreuzlinern. Nach dem Umbau der in Russland eingesetzten "Viking Pakhomov" erhielten auch die "Viking Surkov" und "Viking Kirov" im Vergangenen Winter ein komplett neues Gesicht. Sie erhielten Deluxe-Kabinen und einen Aufzug.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen