Neonazis schänden Sternbergs Kirche

Die Einbrecher drangen gewaltsam durch die Tür der Sakristei in die Kirche ein.
1 von 2
Die Einbrecher drangen gewaltsam durch die Tür der Sakristei in die Kirche ein.

von
28. Februar 2010, 09:28 Uhr

Sternberg | Schock in Sternberg: Neonazis haben in der Nacht zu Sonntag eine Hakenkreuzfahne am Kirchturm befestigt. Die Täter brachen zuvor eine Tür der Sakristei auf und kletterten den Turm empor. Die 1,50 Meter mal 90 Zentimeter große Fahne wehte in etwa 50 Metern Höhe in Richtung Norden, vermutlich über Stunden. Eine Zeugin informierte gestern Morgen die Polizei - kurz darauf sollte der Gottesdienst der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde stattfinden. Doch die Polizei ließ niemanden in die Kirche - Spurensicherung. Vor der Tür gab es die Nachricht.

"Wir haben im Pfarrhaus unseren Gottesdienst gemacht", sagt Gunna Weise vom Kirchgemeinderat. Sie war wie andere Christen gestern Morgen schockiert: "Das ist schlimm", so Weise. "Dass sowas passieren kann." Da Pastorin Eva Lagies am Wochenende dienstlich unterwegs war, musste sie telefonisch informiert werden.

Zur Tat selbst teilte die Polizeidirektion Schwerin gestern nichts Konkretes mit. "Es war eine Hakenkreuz-Fahne", bestätigte ein Ermittler des Staatsschutzes vor Ort. Die Täter müssen über die schwere Holztür der Sakristei ins Innere der Kirche gelangt sein. Dort suchten gestern Polizei-Techniker nach verwertbaren Spuren - z.B. Abdrücken des Tatwerkzeuges. "Es muss etwas Massives gewesen sein", sagt ein Techniker. Holzteile sind von der Tür abgebrochen. Der Mann vom Staatsschutz bestätigt: Die Hakenkreuz-Fahne sei industriell gefertigt - "eine richtige Fahne". Nach dem Strafgesetzbuch drohen für das Verwenden verfassungswidriger Symbole wie diesem bis zu drei Jahre Haft.

"Ich bin entsetzt, dass so etwas möglich ist", sagt Sternbergs Bürgervorsteher Bruno Pischel (CDU).

Normalerweise ist der Turm der Kirche verschlossen. Dieses Mal nicht, denn noch am Freitag war eine Mobilfunkfirma oben. Gunna Weise: "Wir haben nur bemerkt, dass zwei Kerzen fehlen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen