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Lokales

22. November 2017 | 19:33 Uhr

Nawaro droht Insolvenz

vom

Der Nawaro Bioenergie AG droht die Insolvenz. Das von ihr betriebene größte Bio kraftwerk der Welt in Penkun steht damit auf der Kippe. Damit wäre eine Investition von 80 Millionen Euro vernichtet. Doch die im Bau befindliche größte Biomethanolanlage in Güstrow sei von einer Insolvenz nicht betroffen, so der Nawaro-Vorstandsvorsitzende Felix Hess gegenüber SVZ.

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2009 | 11:29 Uhr

Güstrow | Knackpunkt ist das veränderte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), in Kraft seit dem 1. Januar. Dadurch sei der Anlagenbegriff in einer für Nawaro nachteiligen Art und Weise verändert worden, so Hess. Der Nawaro-Bioenergie-Park Klarsee in Penkun erhalte dadurch eine geringere Strom-Einspeisevergütung. "Ein Umsatzeinbruch von rund 45 Prozent. Das können wir nicht mehr kompensieren", so der Nawaro-Vorstandsvorsitzende. Das neue EEG betrachtet zusammenhängende kleine Bio gasanlagen wie ein Großkraftwerk und fördert sie entsprechend niedriger. Durch die Neuregelung seit Jahresbeginn gibt es nicht mehr 18, sondern nur noch elf Cent pro Kilowattstunde. In Penkun hat Nawaro 40 einzelne Anlagen auf einem Gelände zusammengefasst.

Gegen den veränderten Anlagenbegriff im neuen EEG hat Nawaro bereits Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Eine Entscheidung darüber, wie es nun weitergehen soll, hängt zurzeit in

der Luft. "Ende Februar oder Anfang März rechne ich mit einer Entscheidung", so Hess. Komme es bis dahin auf gerichtlichem oder auch parlamentarischem Wege zu keiner positiven Entscheidung für Nawaro, drohe dem Unternehmen die Insolvenz. "Dann trifft es Penkun richtig", sagt Hess. Die Anlage wäre nicht zu betrieben. Die Investition wäre vernichtet und auch insgesamt 5600 Kapitalanleger betroffen. Zudem würden rund 100 Arbeitsplätze wegfallen.

Gegen den Vorwurf, in Penkun bewusst viele kleine Anlagen errichtet zu haben, um eine höhere Förderung zu bekommen, wehrt sich Hess. "Das ging damals gar nicht anders. Es gibt auch heute kaum größere Module, als die 500 KW-Module, die wir in Penkun haben", sagt der Vorstandsvorsitzende.

"Güstrow steht nicht auf der Kippe"Entgegen eines Berichtes in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sei zudem die gerade im Norden Güstrows im Bau befindliche größte Biomethananlage der Welt nicht durch eine eventuelle Insolvenz von Nawaro betroffen, so Hess. Die Bauarbeiten sind hier bereits weit vorangeschritten. Im Sommer soll das erste Gas ins Netz eingespeist werden. "Güstrow steht nicht auf der Kippe", unterstreicht Hess, der trotz drohender Pleite schon über weitere Großprojekte in Deutschland und im Ausland nachdenkt.

Die Güstrower Anlage sei völlig unabhängig von Penkun und von der Nawaro Bioenergie AG. "Die Fondgesellschaft in Güstrow ist nicht abhängig von uns", sagt Hess. In Güstrow habe es eine komplett eigenständige Finanzierung gegeben. Zudem erhalte die Anlage in der Barlachstadt keine EEG-Vergütung. "Wir verkaufen das Gas hier direkt an Händler oder Endkunden", erklärt der Vorstandsvorsitzende. "Weiterhin haben wir dafür Sorge getragen, dass der Betrieb in Güstrow auch ohne Nawaro möglich ist."

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