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Lokales

23. Oktober 2017 | 08:26 Uhr

Nass und nasser: Der Rekord-August

vom

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2010 | 07:35 Uhr

Hiddensee | Nach der Hitze kam der Regen. Der August 2010 hat Mecklenburg-Vorpommern ein Vielfaches der üblichen Regenmengen beschert. Betroffen waren vor allem die Küstenbereiche, wie Meteomedia-Meteorologe Stefan Kreibohm gestern sagte. Spitzenreiter war Greifswald mit 486 Prozent der für August üblichen Regenmenge, gefolgt von Groß Schwansee (409 Prozent) und Kap Arkona (400 Prozent).

"Nach dem trockenen und sehr warmen Juli ist ein wechselhafter August nichts Ungewöhnliches", sagte Krei bohm, der von Hiddensee aus das Wettergeschehen im Land beobachtet. Mit 18 Grad lag im August die Durchschnittstemperatur etwa ein Grad über dem langjährigen Mittel. Am trockensten blieb es Kreibohm zufolge in Parchim und Grabow, wo die Niederschlagsmengen mit 100 bis 150 Prozent der üblichen August-Regenmengen im Normalbereich blieben. In Greifswald hingegen fiel mit rund 260 Litern pro Quadratmeter knapp die Hälfte der sonst üblichen Jahresmenge. Dass die Regenfälle vor allem die Küstenbereiche getroffen habe, sei der warmen Ostsee geschuldet, sagte der Meteorologe.

Nach dem überaus sonnenreichen Juli brachte der August den Urlaubern im Nordosten mit 120 bis 130 Sonnenstunden deutlich weniger Sonne als im langjährigen Mittel, das bei 200 Stunden liegt. Dennoch sei der zweite Ferienmonat etwas wärmer als im langjährigen Mittel gewesen. "Das klingt zunächst paradox, doch der wolkenbedeckte Himmel hat uns im August sehr milde Nächte beschert", erklärte Kreibohm.

Kennzeichnend für den August 2010 waren zudem spektakuläre Tornados wie auf Usedom und Rostock. Solche Wetterunbilden sind Folge der großen Temperaturunterschiede zwischen der mit 18 Grad noch immer warmen Ostsee und den kalten Luftmassen, wie Kreibohm erklärte. In fünf Kilometern Höhe würden derzeit für August nicht alltägliche Temperaturen von minus 20 Grad gemessen. Mehr Tornados als in den Vorjahren zählten die Wetterexperten allerdings nicht. Dies sei ein subjektiver Eindruck und vorallem dem Umstand geschuldet, dass inzwischen fast jeder mit seinem Handy eine Kamera bei sich trage und so Bilder von Wetterereignissen schnell verbreitet werden könnten.

"Der Regen, die Tornados sind keine Anzeichen für den Klimawandel. Das ist einfach nur Wetter", betonte Kreibohm. Zum Ende des regenreichen Monats August wartet der Wetterexperte dann aber immerhin noch mit einer guten Nachricht auf: Seiner Ansicht nach wird sich in den kommenden Tagen die Wetterlage deutlich beruhigen. Es wird freundlicher und wieder wärmer.

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