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Lokales

21. August 2017 | 12:28 Uhr

Namen für Straßen im neuen Quartier

vom

Warnemünde | Durch die Kleingartenanlage "Deutsche Reichsbahn" streifen der Wind sowie Unbekannte, die sich auf Beutezug befinden. Die Gärten sind verlassen. Die Reste der Lauben stehen ohne Fenster und Türen da. Doch das Areal soll, so der Wille der Investoren Jan-Peter Nissen und Reinhard Köster, sehr bald zu neuem Leben erweckt werden. Bereits jetzt machen sich die Stadtplaner Gedanken, welchen Namen die künftigen beiden Planstraßen des neuen Mischgebiets tragen sollen. Vielleicht Am Wendebecken und Zum Zollamt? Auf der Sitzung des Ortsbeirates im Juli wurden die Warnemünder gebeten, Vorschläge zu unterbreiten. Im August stimmte der Beirat für die beiden genannten Namen.

Ob die Straßen aber tatsächlich Am Wendebecken und Zum Zollamt heißen werden, ist mit der Beiratsempfehlung noch nicht bindend. Jedenfalls nicht für Rüdiger Bolduan aus der Alexandrinenstraße. Er hat sich intensiv mit der Geschichte des einstigen Fischerdorfes und heutigen Ostseebades, dem betroffenen Gebiet und den Aufzeichnungen des Warnemünde-Forschers Friedrich Barnewitz beschäftigt. "Ich schlage vor, die Straßen Alte Warnow und Alte Deepe zu nennen", sagt der ehemalige Fahrensmann. Als die Alte Warnow wurde in vergangenen Zeiten ein schmaler Wasserarm östlich vom heutigen Hafenbassin (Wendebecken) im Bereich der Werft bezeichnet. Die dort befindlichen Wiesen auf dem westlichen Ufer waren Eigentum der Warnemünder Bürger und der Pfarre. Nach der Heuernte, so Bolduan, ließen die Bauern ihre Kühe bei der Alten Warnow über den Fluss schwimmen, so dass sie bis Ende Oktober die Breitlingwiesen abgrasen konnten. "Ein Ausfluss der Warnow war die Alte Deepe, die nach Osten lag und heute den Bereich der neuen Hafeneinfahrt umfasst. Auf dem östlichen Ufer der Warnow befand sich zwischen dem Strom und der Alten Deepe übrigens die Dienstwiese des Vogtes", berichtet der Elektroingenieur.

Ob das neue Wohngebiet generell einen Namen erhalten wird oder nicht, ist derzeit ebenfalls völlig offen. "Bei anderen Vorhaben wurden wir als Investoren seitens der Ortsbeiräte nach Vorschlägen gefragt", sagt Jan-Peter Nissen. Von Warnemünde sei diesbezüglich noch nichts gekommen. "Allerdings kann ich mir Am Molenfeuer gut vorstellen. Das würde ins Seebad passen", findet Nissen. Mit seinem Geschäftspartner hat er bereits in dem Bereich ein ausgedientes Molenfeuer und damit ein technisches Denkmal aufgestellt hat. Das soll in das künftige Viertel integriert werden.

Zum Stand der Realisierung gefragt, sagt Nissen: "Wir sind intensiv mit den Planungen für den ersten Bauabschnitt beschäftigt. In ein, zwei Wochen wollen wir mit den Stadtplanern die Feinabstimmung durchführen."

Insgesamt sollen in dem Gebiet 350 Eigentums- und Mietwohnungen gebaut werden. In einem ersten Arbeitsabschnitt sollen knapp 100 entstehen. Ebenso wie eine Multifunktionshalle, in der ein Indoorspielplatz, eine Kletterwand und Fitnessbereiche Platz finden sollen. "Wenn alles planmäßig läuft, beginnt im Mai 2011 der Bau. Weihnachten könnten die Umzugswagen rollen", so Nissen.

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erstellt am 31.Aug.2010 | 07:44 Uhr

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