Gehlsdorf-Fähre : Nahverkehr: RSAG bleibt Betreiber

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Stadt verlängert Vertrag um 15 Jahre und überträgt die Finanzierung der „Gehlsdorf“ an ihr Tochterunternehmen

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07. März 2015, 08:00 Uhr

Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) bleibt auch in den nächsten 15 Jahren Betreiber des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Hansestadt. In Kraft tritt die von der Bürgerschaft als Direktvergabe beschlossene Vertragsverlängerung ab dem 1. Januar 2016.

Mit einem weiteren Beschluss haben die Kommunalpolitiker zudem den langfristigen Betrieb der Gehlsdorf-Fähre abgesichert. Den Zuschuss für den geborenen Verlustbetrieb übernimmt künftig die RSAG. Bislang flossen die knapp 80 000 Euro pro Jahr aus dem Etat des Tief- und Hafenbauamts, also direkt von der Stadt. Weil diese sparen muss, gab es in der Vergangenheit immer wieder den Versuch, die Fährverbindung einzustellen. Das ist mit der Neureglung nun vom Tisch, sagt Amtsleiter Heiko Tiburtius: „Diese Verbindung ist enorm wichtig und kann nicht einfach so gekappt werden.“ Infolge des Mindestlohns für die insgesamt neun mit der Fähre betrauten Mitarbeiter und um Infrastruktur wie die Wartehäuschen zu modernisieren, steigt der Zuschuss künftig sogar auf 100 000 Euro im Jahr.

Zwischen 6.10 und 20 Uhr pendelt die „Gehlsdorf“ täglich 72-mal zwischen den beiden Ufern der Warnow. „Sie ist unserer Meinung nach unverzichtbar für Berufstätige, Schüler und Schwerbehinderte“, sagt Klaus-Dietmar Piorrek, Geschäftsführer der Antaris Seetouristik und Wassersport GmbH. Der Gesellschaft gehört das Schiff, ihre Lizenz wurde jüngst vom Energieministerium um zehn Jahre verlängert. Dank der langfristigen Sicherheit komme 2018 oder 2019 auch ein Schiffsneubau infrage, so Piorrek. Dann läuft die 20-jährige Fördermittelbindung für die „Gehlsdorf“ aus – ihren Neubau 1998 in den Niederlanden hatte das Wirtschaftsministerium des Landes mit Steuergeld unterstützt.

Bis dahin wollen die Beteiligten die Verbindung noch optimieren. Derzeit nutzen jährlich 140 000 Passagiere die Fähre, von denen 40 000 ein Fahrrad mitnehmen. Beim Start von Antaris 1994 waren es noch 110 000 Passagiere und 6000 Fahrräder. Und die Auslastung soll noch weiter steigen, vor allem dank der geplanten baulichen Aufwertung des Stadthafens in den kommenden Jahren. „Wir hoffen auf mehr Einnahmen durch Touristen mit einer Tageskarte“, sagt Tiburtius. Deren Anteil sei auf der Verbindung zwischen Warnemünde und Hohe Düne noch deutlich höher.

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