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Finanzielle Zusagen vom Land für Elbbrücke reichen nicht aus : Nackenschlag kommt aus Hannover

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Jürgen Krumböhmer, Erster Kreisrat, gibt Rede und Antwort gegenüber dem Förderkreise Elbbrücke, der sich für eine Brücke zwischen Darchau und Neu Darchau einsetzt.

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2011 | 08:19 Uhr

Darchau/Lüneburg/Hannover | Den Menschen im Amt Neuhaus wird zurzeit mal wieder schmerzlich bewusst, wie sehr eine Brücke zwischen Darchau und Neu Darchau fehlt. Die "Fähre "Tanja" fiel wegen einer Inspektion auf der Hitzler-Werft in Lauenburg aus. Hinzu kommt nun die für den 1. Mai angekündigte Erhöhung der Fahrpreise (SVZ berichtete). Zeit nachzufragen, wie es aktuell um die Planungen für die Elbbrücke steht.

Jürgen Krumböhmer, Erster Kreisrat, gab Rede und Antwort gegenüber dem Förderkreise Elbbrücke, einem Zusammenschluss von Menschen rechts und links der Elbe, die sich für eine Brücke einsetzen. Die Stimmung war optimistisch.

Auch hinsichtlich der Finanzierung wurde Optimismus verbreitet. Krumböhmer und Landrat Nahrstedt waren zum Gespräch in Hannover. Es ging um eine Finanzierungslücke von einer Million. Das Land, das bisher 1,3 Millionen zugesagt hatte, sollte bitte nachlegen. Insgesamt betragen die Baukosten 45 Millionen, der größte Anteil kommt vom Bund. Dann kommt schon der Landkreis mit acht Millionen, ein sehr bescheidener Anteil kommt vom Landkreis Lüchow-Dannenberg. Nahrstedt und Krumböhmer fuhren optimistisch nach Lüneburg zurück, doch dann kam per Post ein großer Rückschlag. Das Land sei bereit, die Landeszuweisung von bisher 1,3 Millionen um eine Million aufzustocken, teilte Staatssekretär Oliver Liersch mit. Doch die Zusage ist an eine Bedingung geknüpft: Es dürften keine weiteren Forderungen an das Land wegen eventueller Kostenerhöhungen des Projektes oder anschließender Unterhaltungskosten gestellt werden. Nahrstedt ist enttäuscht. "Was der Staatssekretär schreibt, entspricht nicht meinen geäußerten Wünschen und auch nicht den Aussagen von Ministerpräsident McAllister." Die Unterhaltungskosten können zum Pferdefuß werden. Die Grünen, Juniorpartner der SPD im Landkreis, fordern, dass dieser Punkt geklärt ist, natürlich in der Hoffnung, dass keine Klärung zu Stande kommt und die Brücke daran scheitert. Bei seinem Besuch in Darchau hatte McAllister zugesagt, über einen prozentualen Anteil des Landes an den Unterhaltungskosten nachzudenken.

Das Verkehrs- und das Umweltverträglichkeitsgutachten liegen dagegen schon vor. Sie erlauben unter bestimmten Voraussetzungen eine Elbquerung. Im März wurden noch zwei weitere Gutachten in Auftrag gegeben, in denen es zum einen um die städtebauliche Auswirkung der Trassenführung auf die Gemeinde Neu Darchau und zum anderen um die Bedeutung der Brücke für die regionale Wirtschaft geht. "Haben die beiden ausstehenden Gutachten ein positives Ergebnis, dann steht der Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens nichts mehr im Wege, sind die wesentlichen Fragen alle bearbeitet und beantwortet", so Jürgen Krumböhmer. Die Kreisverwaltung in Lüneburg rechnet allerdings mit Klagen, will das Verfahren absolut gerichtsfest machen.

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