Nachtfahrverbot für Lkw gefordert

Heidrun Dräger (l.) mit Monika Altmann und Roswitha Böbel (r.)
Heidrun Dräger (l.) mit Monika Altmann und Roswitha Böbel (r.)

svz.de von
24. November 2009, 06:06 Uhr

Redefin | Städte und Kommunen, die vom zunehmenden Lkw-Verkehr auf der B5 betroffen sind, machen mobil.

Auf einer Zusammenkunft im Gemeindehaus in Redefin haben Vertreter der Gemeinden Redefin, Vellahn, Dersenow, aus Gülze und Zahrensdorf, aus Groß Krams und Dümmer, vom Amt Boizenburg-Land sowie der Städte Ludwigslust und Boizenburg angeregt, eine Initiative zur Eindämmung des Brummi-Aufkommens, der so genannten "Maut-Flüchtlinge", anzuregen.

"Das beste wäre natürlich, wenn die Lkw ganz von der B5 verschwinden würden", so Roswitha Böbel, die als Bürgermeisterin der Gemeinde Redefin zu diesem Treffen eingeladen hatte.

"Es wurden schon Forderungen laut, auf der Bundesstraße eine Maut einzuführen. Aber selbst wenn diese kommen würde, wäre der Rückgang des Fahrzeugverkehrs noch lange nicht so stark, als wenn ein Nachtfahrverbot für Lkw eingeführt werden würde", formuliert Roswitha Böbel ihren Standpunkt.

Und so war sich im Ergebnis dieser Zusammenkunft die Runde der Teilnehmer einig, erst einmal einen Antrag für ein Nachtfahrverbot an den Landkreis Ludwigslust zu stellen, der dann mit diesem Ansinnen an das Straßenverkehrsamt in Schwerin herantritt.

Und dass dringender Handlungsbedarf besteht, kann auch mit Zahlen belegt werden. "Laut Straßenverkehrsamt habe sich seit der letzten Verkehrszählung der Lkw-Verkehr nicht erhöht, das wollten uns Vertreter dieser Behörde weismachen. Aber jetzt liegen uns die Daten der Zählung aus dem Jahre 2005 endlich vor, und da wird im Vergleich mit aktuellen Erhebungen deutlich, dass das Lkw-Aufkommen auf der B 5 seit einem Jahr deutlich zugenommen hat", ergänzt die Redefiner Bürgermeisterin.

Der Lkw-Verkehr auf der Bundesstraße 5 zwischen Boizenburg und Redefin soll sich demnach um 76 Prozent erhöht haben, in der Region um Ludwigslust ist eine Zunahme des Brummi-Verkehrs um mehr als 60 Prozent registriert worden. Roswitha Böbel: "Dabei geht es uns nicht um die Laster, die ihre turnusmäßigen Liefertouren machen, sondern vielmehr um jene, die die Autobahn umgehen und auf den Bundesstraßen die Maut sparen wollen, also die Fahrer, die sich im Transitverkehr bewegen"

Das Schlimme dabei sei, dass die meist ausländischen Fahrer oft im Konvoi von bis zu sechs oder acht Fahrzeugen unterwegs sind und einfach viel zu schnell durch die Ortschaften rasen, wie Messungen ergaben. Geschwindigkeiten von 68 bis 75 km/h sind innerorts bei Tempo 50 nicht nur ein schwerer Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, sie gefährden auch Menschenleben. Außerhalb von Ortschaften dürfen Lkw nur 60 fahren, doch sehr viele, und das sind zumeist auch die ausländischen Brummi-Fahrer, halten sich nicht daran.

Ein Nachtfahrverbot für den Transitverkehr und eine Autobahnpflicht für alle, die nicht beliefern - das wäre sich auch im Interesse der Anwohner an der B5, die sich, so wie in Redefin, schon zeitweise gar nicht mehr über die Straße trauen, weil die Lkw auch schon mal bei Rot über die Apel donnern. "Unsere nächste Zusammenkunft findet am 19. Januar 2010 statt, ich hoffe, dass wir bis dahin schon einen Schritt weiter sind und in dieser Sache schon mehr sagen können", äußert Roswitha Böbel ihre Hoffnung.

Der Kreistag wartet noch auf die vom Landrat zugesagte Auswertung einer Verkehrszählung durch den zuständigen Fachdienst. Der Ausschuss für Sicherheit, Ordnung und Umwelt will seine erste Sitzung im JAhr 2010 dem Thema Mautausweichverkehr widmen. Dort soll es auch Stellungnahmen des Fachdienstes und der Polizei geben.

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