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Wariner Ordnungsamt sieht Garagenbesitzer in Pflicht : Nachbarzwist um feuchte Garagen

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Hinten läuft das Wasser nach starkem Regen in die Garagen und vorn wieder heraus, beklagt sich Jürgen Schildt. Putz bröckelt, Farbe blättert ab. Weil er als Rentner genug Zeit habe, nahm er sich der Sache an.

svz.de von
erstellt am 24.Jun.2011 | 06:46 Uhr

Warin | Hinten läuft das Wasser nach starkem Regen in die Garagen und vorn wieder heraus, beklagt sich Jürgen Schildt. Putz bröckelt, Farbe blättert ab. Die Reihe von 14 Garagen aus DDR-Zeit steht an einem Sandweg quer zur Schweriner Straße. Schildt spricht, wie er sagt, nicht nur für sich. Weil er als Rentner genug Zeit habe, nahm er sich der Sache an und wandte sich auch an die SVZ.

Als Ursache, dass Wasser durch das hintere Mauerwerk drückt, nennt der Wariner Abrisssteine und ähnliche Materialien, die weit über die Sperrschicht hinaus direkt an der Wand liegen. Seit etwa drei Jahren gehe das nun so. Die letzten beiden Winter mit reichlich Schnee hätten das sicher noch verstärkt. Die Steine und Betonbrocken stammten vom unmittelbar angrenzenden Grundstück. Das gehört Ute Bache. "Seit 1932 ist es im Besitz unserer Familie. Meine Großmutter hat es erworben und ein Gartenlokal mit Pension betrieben. Dafür verlegte sie sogar vom Brunnen eine Wasserleitung ins Haus. Das war ein großer Fortschritt in Warin, die Stadt bekam erst 1966 ihre zentrale Trinkwasserversorgung."

Über die Vorwürfe der Garagenbesitzer ist die Frau richtig sauer. Vor 34 Jahren hatten sie und ihr Mann erlaubt, dass unmittelbar an der Grundstücksgrenze gebaut werden durfte, weil nach vorn nicht ausreichend Platz war. Die ersten fünf, sechs Garagen stehen sogar bis zu einem Meter auf ihrem Grund und Boden. Finanzielle Ansprüche habe sie nie gestellt, die Garagenbesitzer zahlen Pacht für das Land an die Stadt. "Wir haben sogar unseren Brunnen weggenommen, den ich heute gut gebrauchen könnte", sagt Ute Bache.

Zum Garagenbau entstand ein etwa ein Meter hoher Absatz am Ende ihres Grundstücks. Mit den Jahren gab das Erdreich zunehmend nach. Baches versuchten, mit Betonstreifen und Steinen etwas Halt zu schaffen, auch mit Bauschutt zwischen Kante und Garagen, "alles auf unserem Grundstück", wie die Warinerin betont. "Da kann mir sowieso keiner reinreden." Inzwischen spannte sie einen Meter ins Grundstück hinein noch einen Elektrozaun, damit die Pferde von der Kante fern bleiben. Ute Bache hält seit 1966 Pferde, zur Zeit sechs, die bei Dressur- und Springprüfungen starten, Dass ihr nun Vorhaltungen gemacht werden, kann sie nicht verstehen. Bache ist verärgert und traurig zugleich, weil sie ihre Gutmütigkeit hintergangen sieht. Hätten sie und ihr Mann das nur im geringsten geahnt, würden jetzt keine Garagen an das Grundstück grenzen.

Manfred Grünberg vom Wariner Ordnungsamt hat sich den Ort des Nachbarzwists genau angesehen und auch in die Pachtverträge geschaut. Er sieht die Garagenbesitzer in der Pflicht, sie müssten in der direkten Umgebung für Sauberkeit sorgen. Bei der Begehung sei ihm auch aufgefallen, so Grünberg, dass die Dachrinne nicht in Ordnung sei und ein Fallrohr an der Rückseite im Nirgendwo ende. Dadurch gelange sicher auch Regenwasser an das Mauerwerk. Ihn wundere, fügt der Mann vom Ordnungsamt an, warum die Garagenbesitzer jetzt auf einmal drängen. "Das hätte doch schon vor Jahren geregelt werden können."

Ute Bache denkt auch jetzt an keinerlei finanzielle Forderungen, sie möchte sich nur nicht mit solchen Dingen "herumärgern müssen"; der Pferdehof verlange ihr genug harte Arbeit ab. Die Garagenbesitzer könnten gern Steine wie Betonbrocken dicht an die Kante heranrücken und einen Streifen an der Rückfront freilegen, um das Mauerwerk zu isolieren. Sie wüsste nur vorher gern Bescheid darüber, denn es sei ihr Grund und Boden.

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