Nach Vandalismus wird renaturiert

svz.de von
22. Juli 2010, 10:15 Uhr

Kronskamp | Freude bei den Kleingärtnern in Kronskamp: Hier sollen demnächst etwa die Hälfte der seit Jahren leerstehenden und verfallenen Parzellen der Gartenanlage "Kopckenberg" renaturiert werden. Die verwaiste Kleingartenanlage kommt dabei in den Genuss eines neuen Landesprogramms, mit dem Schandflecken aus dem ländlichen Raum beseitigt werden sollen.

Kommenden Montag sollen die Arbeiten beginnen. "Zuerst werden die Häuser zurück gebaut", so Markus Tilgner, Geschäftsführer der Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Altlasten Mecklenburg GmbH. Das ist für die Kleingärtner in Kronskamp ein Lichtblick. Schon mindestens seit drei Jahren kämpfen die Gartenfreunde darum, dass in der Anlage etwas passiert. In guten Zeiten gehörten 120 Mitglieder zum Verein, heute sind es noch zwölf. Nur noch 20 Parzellen werden von ihnen bewirtschaftet. "Wir haben zuerst versucht, selbst etwas zu tun, doch sehr schnell mussten wir aufgeben", so Dieter Gruhne, Vorsitzender der Gartenanlage "Kopckenberg".

Seitdem die ehemaligen NVA-Angehörigen nach der Wende nach und nach Kronskamp verließen, blieben immer mehr Gärten herrenlos. "Für die NVA wurde diese Gartenanlage damals extra errichtet", erinnert sich Reinhard Melzer, amtierender Vorsitzender des Kreisverbandes der Gartenfreunde. Deshalb verstanden die Laubenpieper nicht, wieso vor Jahren zwar die leergezogenen Wohnblöcke in Kronskamp abgerissen wurden, nicht aber die Gärten dazu. Die Parzellen sind inzwischen verwildert, Lauben und Schuppen verfallen. Außerdem nahmen illegale Müllentsorgung und Zerstörung zu. Die verbliebenen Gartennutzer bewirtschaften nur noch den südlichen und östlichen Teil der Anlage. Neuverpachtungen waren aufgrund der zurückgehenden Einwohnerzahl und des Fluglärms, den es durch die Nähe zum Militärflughafen gibt, nicht zu erwarten. Reinhard Melzer führte regen Schriftverkehr mit der Landgesellschaft. Jetzt wurde seine Arbeit belohnt.

"Eine nachhaltige Lösung des Problems konnte nur darin bestehen, den nicht mehr bewirtschafteten Teil der Kleingartenanlage zu beräumen", sah auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus gestern in Kronskamp. Weder von der Kommune noch vom Gartenverein sei dies finanzierbar gewesen. Das Flurstück gehöre dem Land. "Wir tragen hier eine Verantwortung, der wir uns stellen", so Backhaus weiter.

Insgesamt stehen für die Umsetzung des Programms zwei Millionen Euro zur Verfügung. Nach einer Prioritätenliste erfolgen die Rückbaumaßnahmen. Eine Million Euro soll noch in diesem Jahr verbraucht werden. Unter anderem Stallungen im Landkreis Güstrow und Ludwigslust, ein Heizhaus auf Rügen und eine Silo-Anlage im Landkreis Nordvorpommern gehören dazu. Die Landgesellschaft mit der Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Altlasten Mecklenburg GmbH planen und betreuen die Vorhaben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen