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Schweriner Gesundheitsamt auf Magen-Darm-Erkrankungen vorbereitet : Nach Noro- kommt Rotavirus

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Wurden die Schweriner im vergangenen Winter von den hoch ansteckenden Noro-Viren gebeutelt, rechnet das Gesundheitsamt in diesem Jahr mit Rota-Viren, die Ende Januar wieder für Magen-Darm-Erkrankungen sorgen könnten.

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2011 | 10:09 Uhr

Schwerin | Winterzeit ist nicht nur Erkältungs-, sondern auch Magen-Darm-Grippe-Zeit. Fast 1100 Schweriner erkrankten im vergangenen Jahr am hochansteckenden und meldepflichtigen Norovirus, der vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen gefährlich werden kann. Die meisten Infektionen gab es im Winter und Frühling, zum Jahresende ebbten die Fallzahlen deutlich ab. "In den vergangenen Tagen wurden uns ebenfalls nur wenige Fälle gemeldet", sagt Renate Kubbutat vom Gesundheitsamt. Doch Entwarnung kann die Ärztin nicht geben: "Unsere Erfahrungen zeigen, dass sich der Norovirus mit dem Rotavirus im Jahresrhythmus abwechselt. Die Gründe dafür kennen wir zwar nicht, aber wir rechnen damit, dass uns in den nächsten Wochen wieder verstärkt Infekte mit Rotaviren gemeldet werden."

Die Symptome, die beide Krankheitserreger auslösen, sind fast identisch: Durchfall und Erbrechen mit viel Flüssigkeitsverlust. Bei ausreichender Zufuhr von Wasser und Elektrolyten ist der Infekt in der Regel aber nach zwei Tagen ausgeheilt.

Leider sind die Viren extrem ansteckend können nicht nur ganze Familien, sondern auch Gemeinschaftseinrichtungen kurzfristig lahmlegen, in denen viele Menschen zusammenwohnen. Übertragen werden sie zum Teil schon beim Händeschütteln und sie überleben auch auf Gegenständen oder Lebensmitteln. Das Robert-Koch-Institut rät: Das Infektionsrisiko lässt sich vermeiden, indem man auf sorgfältige Handhygiene achtet. Ein genereller Einsatz von Desinfektionsmitteln sei zumindest in Privathaushalten in der Regel nicht erforderlich. Erkrankte sollten während der akuten Phase außer zur Betreuungsperson Kontakte vermeiden. Geschirr kann wie üblich gereinigt werden. Leib- und Bettwäsche sollten mit einem Vollwaschmittel bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Wichtig ist besondere Toilettenhygiene bis zwei Wochen nach Abklingen der Symptome.

Erwischt hat eine schwere Norovirus-Erkrankung im vergangenen Jahr in Schwerin vor allem ältere Menschen. Insgesamt 615 Personen über 64 Jahre wurden dem Gesundheitsamt gemeldet. Auch Ein- bis Vierjährige waren überdurchschnittlich häufig betroffen - die Statistik verzeichnet 101 Fälle. Zum Vergleich: Nur 27 Kinder zwischen 5 und 14 Jahren wurden als Norovirus-Erkrankte gemeldet. "Allerdings wird nicht bei jedem Kranken auch eine Stuhlprobe genommen, im Labor untersucht und uns daraufhin gemeldet", sagt Kubbutat. Zumeist würden die Ärzte die Krankheit an den Symptomen deutlich erkennen.

In Gemeinschaftseinrichtungen sei man in Schwerin mittlerweile gut auf den Umgang mit Rota- oder Noroviren eingestellt: Betroffene Kita-Kinder müssen zu Hause bleiben. In Altenheimen und Krankenhäusern laufe der Hygieneplan dank der Erfahrungen der Infektionswellen in den vergangenen Jahren reibungslos, lobt Kubbutat. Selbst wenn Mitarbeiter wegen eigener Ansteckung ausfallen, hätten die Unternehmen heute einen funktionierenden Notfallplan.

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