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Lokales

16. Dezember 2017 | 17:59 Uhr

Nach Mord: Haus von Ex-Stadtchef durchsucht

vom

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erstellt am 27.Jan.2012 | 12:55 Uhr

Auch nach der Verhaftung des Ex-Bürgermeisters von Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) laufen die Ermittlungen zum Mord an dessen Ehefrau weiter auf Hochtouren. Die Durchsuchung des Wohnhauses des Paares wurde gestern fortgesetzt, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, Ralf Roggenbuck, sagte. Der 68-Jährige war am Vortag verhaftet worden und befindet sich in Untersuchungshaft in Brandenburg/Havel. Er soll seine Frau Ende Dezember heimtückisch ermordet haben.

Die Leiche der 67-Jährigen Brigitte Scholl war am 30. Dezember in einem Wald bei Ludwigsfelde gefunden worden, neben ihr die Leiche ihres hellbraunen Cocker Spaniels. Auch den Hund soll Scholl getötet haben. Details dazu nennen die Ermittler jedoch nicht - aus ermittlungstechnischen Gründen. Einen Tag zuvor war die Frau von ihrem Mann als vermisst gemeldet worden. Er geriet jedoch schnell ins Visier der Ermittlungen. Auch deshalb schwieg sich die Staatsanwaltschaft zuletzt zum Ermittlungsstand aus.

"Das Puzzle schließt sich langsam", hieß es lediglich von Roggenbuck. Die Hinweise dafür kamen im Wesentlichen aus der Bevölkerung. 48 Angaben lagen den Ermittlern bis gestern vor. Mit ihrer Hilfe konnte die Mordkommission die letzten Stunden und Wege des Opfers skizzieren, möglicherweise auch, mit wem die Frau zuletzt gesehen wurde. Angaben dazu machte die Justiz nicht. Bislang habe der Ex-Bürgermeister nicht gestanden, hieß es.

Über Tathergang und Motiv wurde gestern lediglich spekuliert. Erst wenige Wochen vor der Tat soll der SPD-Politiker zu seiner Frau nach Ludwigsfelde zurückgekehrt sein. Die 67-Jährige hatte in der Gemeinde mit 24 000 Einwohnern einen Kosmetiksalon betrieben.

Unterdessen weiß die Staatsanwaltschaft Neuruppin noch nicht, ob und wie die Verhaftung des Ex-Bürgermeisters ihre eigenen Ermittlungen gegen den 68-Jährigen beeinflussen wird. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Korruption hat ihn seit 2010 im Visier. In seiner Amtszeit von 1990 bis 2008 soll er mehrfach Einladungen von einem Investor angenommen haben - mal zum Essen, dann zu Kurzurlauben. Der SPD-Politiker gehört zu einem größeren Personenkreis, gegen den die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Bestechlichkeit überprüft.

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