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Lokales

16. Dezember 2017 | 00:49 Uhr

Nach dem Knall: Wand offen, Laden zu

vom

svz.de von
erstellt am 27.Mai.2010 | 07:57 Uhr

Malliß | Die Chance, den Lotto-Jackpot zu knacken, liegt bei 1:140 Millionen. Wie hoch die Gefahr ist, dass ein Lottogeschäft zerstört wird, weil nebenan Safeknacker ein Geldinstitut in die Luft sprengen, dazu gibt es keine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Das wird daran liegen, dass dies einfach zu unwahrscheinlich ist. Passiert ist es trotzdem.

Dort, wo das Regal mit Geschenkartikeln und Schreibwaren stand, liegen jetzt dicke weiße Mauersteine. Eine Staubschicht hat sich über das gelegt, was nicht unter dem Bauschutt begraben ist. Ursel Koriandt macht ungewollt Inventur, schaut, was hinüber und was noch zu gebrauchen ist. "Viel ist das nicht", sagt die Einzelhandelskaufrau und sieht sich um in den angemieteten vier Wänden, von denen nur noch drei da sind. Die Wand, die an das in der Nacht von Montag auf Dienstag von unbekannten Tätern in die Luft gesprengte Bankgebäude grenzte, hatte ein riesiges Loch. Die Lücke ist mittlerweile provisorisch mit Holzplatten abgedichtet. Die Ladentheke gibt es nicht mehr, die Decke ist zerfetzt, das Schaufensterglas zerborsten - der Geschäftsbetrieb mit Lotto-Annahme, DHL-Dienst und Bestellshop, der kann hier derzeit nicht mehr stattfinden.

Ursel Koriandt hat die Gasgemisch-Explosion um 1.53 Uhr in der Nacht zu Dienstag gehört. Sie wohnt 500 Meter von der Bank und ihrem Geschäft entfernt. Das Ausmaß der Verwüstung hat sie sich kurze Zeit später angeschaut, den Laden konnte sie dann am gleichen Nachmittag betreten. "Mir fehlten die Worte", sagt die 58-Jährige, die das Geschäft in Malliß seit 1992 betreibt. Während nebenan ein Drogeriemarkt und ein Versicherungsbüro schon seit Dienstagmittag ihre Türen wieder geöffnet haben, muss sie sich übergangsweise nach einem neuen Ladenlokal umschauen. Dieses ist schon gefunden. "Ich wechsel in den alten Edeka-Laden nebenan", sagt sie. Bereits heute ab 9 Uhr sollen dort zumindest wieder die Service-Dienste angeboten werden.

Ob die Geschäftszeile ihr altes Erscheinungsbild zurück bekommt, hängt davon ab, ob die Volksbank an alter Stelle wieder eine neue Filiale bauen wird. Eine Entscheidung hat das Unternehmen noch nicht gefällt. Das Gebäude und der Laden von Ursel Koriandt sollen auf jeden Fall wieder hergerichtet werden. "Das dauert wohl bis Oktober", sagt die Geschäftsfrau - und macht weiter mit der ungewollten Inventur.

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