Na dann, bis zum nächsten Sommer...

Finaler Applaus für Roman Kohnle, Hans Machowiak  und Nadine Nollau (v.l.n.r.)
2 von 4
Finaler Applaus für Roman Kohnle, Hans Machowiak und Nadine Nollau (v.l.n.r.)

von
09. September 2010, 01:57 Uhr

Neu Lübtheen | Eine Schonzeit hat es für das kleine, fleißige Team der Kulturkate nie gegeben. Die wäre auch gar nicht nötig gewesen, denn die jetzt zu Ende gegangene Sommersaison kann ohne Übetreibung als völlig gelungen betrachtet werden. Das gilt sowohl für den künstlerischen Anspruch als auch für Zuschauerresonanz, die Unterstützung aus der Region und auch die Hilfe der Sponsoren. Volkert Matzen, Regisseur, Autor und Kopf der Truppe konnte seine Mannschaft in dieser Woche dann auch ohne jede Bescheidenheit loben: "Das alles ist wirklich ein schöner Erfolg für uns, es war ein Superensemble, alle haben voll mitgezogen, das hat wirklich Spaß gemacht."

Letzter Beweis dafür waren der schon traditionelle Aufräumsonntag und ein wirklich tränenreicher Abschied. Matzen: "Es wäre schön, wenn wir alle im kommenden Jahr wieder dabei hätten, das haben auch alle versprochen. Denn ein neues Sommerstück wird es wieder geben, das steht schon fest."

Abseits des Künstlerischen und der Begeisterung für das Stück "Ende der Schonzeit" stützen auch die harten Fakten die diesjährige Erfolgsstory. Mit etwas mehr als 2500 Zuschauern bei allen Vorstellungen ist das Ergebnis des ebenfalls erfolgreichen Vorjahres um 400 übertroffen worden. Entscheidend für den Erfolg war ganz sicher die Ausweitung der Zuschauerplätze, die dank der Sparkasse möglich wurde. "Ohne die erhöhte Sitzplatzzahl hätten wir an sechs Abenden einige Mühe gehabt, alle Interessenten unterzubringen." Und dabei war das Wetter im August sehr durchwachsen. Dennoch waren die Theaterleute im Glück, heftigen Dauerregen gab es eigentlich nur während einer Vorstellung. Und für die hatten die Neu Lübtheener sich Ehrengäste eingeladen, die auch tapfer im Dauerregen aushielten.

Der diesjährige Erfolg des Lübtheener Sommertheaters hatte sich schon früh beim Kartenvorverkauf angedeutet. Zudem war die Unterstützung durch öffentliche Institutionen, aber auch durch die Sponsoren früh gesichert, so dass die Truppe auf einer guten Basis arbeiten konnte. Der Rest ist dem Geschick von Volkert Matzen zu verdanken, der die Motive des Freischütz geschickt aufnahm und ein sehr lebendiges und auch höchst aktuelles Volksstück daraus zauberte. Und dann die Schauspieler und Unterstützer, die sich über Wochen mit großem Ehrgeiz in die Proben reinknieten und am Ende zu überzeugen wussten.

Dass die Theatertruppe auch vor Fachleuten zu bestehen wusste, zeigt eine Episode aus der letzten Vorstellung. Dort saß mit Friedrich Schirmer nämlich auch der Intendant des Hamburger Schauspielhauses unter den Zuschauern. Matzen: "Schirmer war danach wirklich sehr angetan von dem, was er gesehen hatte. Für ihn war das Stück vor allem lebendig und die Arbeit vieler Schauspieler überzeugend."

Dass sie quasi auch ein Vorspiel hatten, wussten die Schauspieler nicht. Matzen, der mit Schirmer befreundet ist, hatte das im Vorfeld nicht verraten, um nicht alle nervös zu machen. Vielleicht wird Lübtheen ja auch für manchen der Beteiligten zum Sprungbrett. Denn zum dauerhaften Lebensunterhalt taugt das Engagement in Neu Lübtheen nicht, obwohl es natürlich auch Gagen gibt. Doch das Jahr über müssen fast alle der 40 Beteiligten ihr Brot auswärts verdienen. Dass fast alle immer wiederkommen in den Ortsteil, das zeigt, dass so ein Sommertheater nicht nur Arbeit, sondern auch Vergnügen sein kann.

Für Volkert Matzen ist der Erfolg Verpflichtung, schließlich will er jetzt schon über das nächste Stück grübeln. Doch zunächst muss er sich um den unvermeintlichen Bürokram kümmern, um Abrechnungen, Korrespondenz, Zahlungen....., ein Vollzeitjob für den Rest des Jahres. Und dann gibt es da noch die Kooperation mit den Schulen, da soll es wieder neue Projekte geben. Ein mobiles Kinderstück, wie in den vergangenen Jahren üblich, wird es jedoch nicht geben in diesem Winter. Dafür war der Aufwand zu hoch und die Nachfrage in der Region einfach zu gering.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen