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Lokales

19. August 2017 | 03:56 Uhr

MV will bei Windkraft zulegen

vom

Schwerin | Bei der Windkraft-Nutzung will Mecklenburg- Vorpommern weiter Land gewinnen. Von 13 500 Hektar soll die Eignungsfläche auf etwa 25 000 Hektar erhöht und damit verdoppelt werden. "Die angestrebte Energiewende bringt zusätzliche Dynamik in die Entwicklung. Wir wollen erneuerbare Energiequellen wie Wind noch stärker nutzen und müssen dafür auch die Voraussetzungen schaffen", sagte Bau- und Planungsminister Volker Schlotmann (SPD). Zwar sei MV ein Flächenland mit viel Platz. Doch schränkten Kleinstsiedlungen die Ausweisung von geeigneten Windparkflächen ein. "Wir werden die Kriterien ändern, den Mindestabstand zu Wohnbauten, der bei 1000 Meter liegt, aber nicht antasten", versicherte Schlotmann.

Für den Flächenzuwachs soll die neue Mindestgröße für Windparks sorgen. "Wir wollen die Mindestfläche für Windeignungsgebiete von derzeit 75 Hektar auf die Hälfte reduzieren. Damit kämen deutlich mehr Gebiete infrage", erklärte Schlotmann. In anderen Bundesländern seien solche Regelungen längst in Kraft. Für Mecklenburg-Vorpommern könne dies aber frühestens ab 2012 gelten. Dann müssten auch die Raumentwicklungsprogramme in den landesweit vier Planungsregionen für den Bereich Windkraft fortgeschrieben werden. Ökologen und Windkraftkritiker sehen die Pläne wegen der Auswirkungen auf die Landschaft aber kritisch.

Bei der Ausweisung von Eignungsgebieten werden laut Schlotmann jedoch die Belange der Anwohner, von Natur- und Umweltschutz, Tourismus und auch Flugkorridoren berücksichtigt. "Und auch die Vogelzugrouten werden beachtet. Legt man das alles übereinander, bleibt nicht mehr viel übrig", konstatierte der Minister. Die Windenergie-Wirtschaft hält es für erstrebenswert, dass etwa zwei Prozent der nutzbaren Landfläche in Deutschland für Windräder ausgewiesen werden. Mit der neuen Richtlinie käme MV dem nahe. "Wer die Ablösung der unsicheren Atomkraft und der klimaschädlichen fossilen Brennstoffe wie Kohle und Öl will, muss akzeptieren, dass damit auch Eingriffe in die Natur verbunden sind." Das betreffe das Aufstellen neuer Windräder, den Bau von Leitungen oder von Pumpspeicherwerken. "Erneuerbare Energien Ja! Aber nicht vor meiner Haustür. Das funktioniert nicht."

Die größten Potenziale für die Windkraftnutzung lägen zwar vor den Küsten von Nord- und Ostsee. "Aber auch an Land gibt es Reserven", sagte Schlotmann.

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erstellt am 13.Jun.2011 | 06:46 Uhr

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