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Lokales

18. November 2017 | 01:53 Uhr

MV ist Schlusslicht bei Schulabschlüssen

vom

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2010 | 07:36 Uhr

Schwerin | In Mecklenburg-Vorpommern verlassen bundesweit die meisten Jugendlichen die Schule ohne Abschluss - mit Abstand. Das geht aus einer Studie der Bertelsmannstiftung hervor, die gestern veröffentlicht wurde. 2008 hatten demnach 17,9 Prozent der Schulabgänger keinen Abschluss auf Hauptschulniveau. Auf Bundesebene waren es 7,5 Prozent, bei Spitzenreiter Baden-Württemberg 5,6 Prozent. Im Osten erreichte Thüringen mit 9,4 Prozent das beste Ergebnis, Sachsen-Anhalt kam mit 12,1 Prozent auf den vorletzten Platz. In MV schnitten die kreisfreien Städte Wismar mit 24 Prozent, Rostock (22,8) und Greifswald (22,4) am schlechtesten ab. Mehr als die Hälfte der Abgänger ohne Abschluss kommt aus Förderschulen - bundesweit fast 55 Prozent. In MV sind es sogar 81 Prozent, wie Bildungsforscher Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmannstiftung feststellte. Vorstandsmitglied Dr. Jörg Dräger, wertete die Ergebnisse als Argument für mehr Integration in Schulen. "Das Aussortieren von Kinder und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf erzielt nur unzureichende Lernerfolge", sagte er.

Im Bildungsministerium Schwerin stieß die Studie auf Unverständnis: 2008 hatten 20 806 Jugendliche die Schule verlassen, 919 (4,4 Prozent) ohne Abschluss, 1144 (5,5) mit Abschluss der Förderschule - was eine Quote von 9,9 Prozent ohne Hauptschulabschluss ausmacht. Die Differenz zu den fast 18 Prozent ergibt sich der Bertelmannstifung zufolge durch die Vergleichsbasis: Das Ministerium setzte die Zahl der Schulabgänger zur Zahl derer ohne Abschluss ins Verhältnis. Bildungsforscher Klemm beziehe sich auf die "gleichaltrige Wohnbevölkerung", die aus dem Durchschnitt der Altersjahrgänge 14 bis 17 gebildet wird. Schlusslicht bleibt MV in beiden Fällen.

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