Muss Lübz selbst für Sicherheit sorgen?

svz.de von
22. Juli 2010, 06:58 Uhr

lübz | "Wenn die Lübzer Recht und Ordnung in ihrer Stadt wollen, müssen sie dies allein organisieren!" Ein Satz aus dem Schreiben, das Hubert Brockmann, Vorsitzender des Lübzer Gewerbevereins, an Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier geschickt hat. Anlass dafür war unter anderem das aus Brockmanns Sicht "katastrophale Sicherheitsgefühl" der Einwohner angesichts einer ständig zurückgefahrenen Polizeipräsenz auf der Straße. Mittlerweile sei die Polizeistation in Lübz nur noch mit einem statt bisher zwei Beamten zu Bürozeiten besetzt, wovon nicht einmal die Stadt unterrichtet worden sei: "Ein Skandal!"

Der Vorsitzende habe versucht, die Station nach einem Unfall zu erreichen und bekam seinen Angaben zufolge auch nach mehreren Versuchen lediglich Kontakt mit einem Anrufbeantworter. "Ich mag mir nicht vorstellen, wenn jemand in einer für ihn bedrohlichen Lage die örtliche Polizei ruft und dann von einer Telefonschleife vertröstet wird", so Brockmann.

"Nachdem die Kreise in unserem Land die Größe von Bundesländern angenommen haben, sind aller Wahrscheinlichkeit nach die ersten Auswirkungen der Funktionalreform bei uns in Lübz schon angekommen." Wenn es nicht einmal möglich sei, eine funktionierende Rufumleitung zu schalten, frage sich der Vorsitzende, ob dies technisches Unvermögen oder politisches Versagen sei. Sollte es der Endzustand sein, könne Brockmann im Namen der Unternehmer der Stadt Lübz ihren öffentlichen Protest ankündigen: "Eine Polizeistation für gut 6000 Einwohner, die dann auch nur noch virtuell vorhanden ist, spart enorm! Es reicht ja auch, wenn die Polizei sich um rechte und linke Chaoten kümmert und Fußballspiele absichert. Der Bürger als Steuerzahler stört da nur."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen