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Lokales

21. August 2017 | 01:16 Uhr

Musikalisches Flaggschiff zerbricht

vom

Nordwestmecklenburg | Die Big-Band der Kreismusikschule "Carl Orff"steht vor dem Aus: Das Flaggschiff und Aushängeschild der renommieren Musikschule ist zerbrochen. Wie jetzt bekannt wurde, haben sieben der zwanzig Band-Mitglieder das Ensemble verlassen und sich neu formiert. Das Resultat: Auftritte der Kreismusikschul-Big-Band werden vorerst nicht mehr möglich sein.

Über Gründe, warum einige Musiker plötzlich und teilweise nach über zehn Jahren aus der Band ausscheiden, sprechen nur wenige der Hobbymusiker. "Der Streit in den zurückliegenden Monaten zwischen dem Fachdienst des Landkreises und der Musikschule hat sich bis auf uns Big-Band-Mitglieder ausgewirkt", erklärt eine Saxofonistin (Name der Redaktion bekannt) und verweist damit auf Unstimmigkeiten der jüngeren Vergangenheit (wir berichteten).

Zuletzt standen die Hobbymusiker der Kreismusikschule unter der Leitung von Bertram Grafendorff. Seit der ehemalige stellvertretende Musikschulchef zum Juni gekündigt hat, spielt die Big-Band wieder unter der Federführung von Musikschulleiter Hartwig Kessler. Er gründete die Big-Band bereits 1993 und stand bis zur Ablöse durch Grafendorff am Dirigentenpult. Die aus der Big-Band ausgetretenen Mitglieder haben sich jetzt mit Grafendorff neu formiert. Damit ist die ehemalige Jazz-Band endgültig zerbrochen. "Auf Grund meines Weggangs von der Schule, ist auch ein Großteil der Big-Band-Musiker gegangen", sagte Bertram Grafendorff auf Anfrage. Er habe mit den Musikern inzwischen eine neue Band auf die Beine gestellt: die Cross Jazz Company.

"Wir sind eine fast vollständige Big-Band und werden bald wieder in Eigenregie und unabhängig auftreten können", versicherte Grafendorff, der sich zu den Angelegenheiten nicht weiter äußern wollte. Die 13 übrig gebliebenen Big-Band-Mitglieder der Kreismusikschule suchen jetzt händeringend nach Ersatz für die fehlenden Musiker in ihren Reihen. Allerdings wird das Loch im Jazz-Orchester nicht leicht zu füllen sein. "Wir haben äußerst qualifizierte Musiker verloren", sagt Big-Band-Gitarrist Hannes Leischner. Er macht deutlich, was der Bruch für die Big-Band bedeutet: "Um das Niveau wieder zu erreichen, was wir hatten, wird es jetzt mindestens zehn Jahre dauern." Die Hobbymusiker, die so wie Leischner geblieben sind, planen jetzt einen Neuanfang mit Hartwig Kessler. Fakt ist aber, so sagen die Musiker, es werde unglaublich viel Kraft kosten, um diesen gewaltigen Rückfall zu überwinden. Was aus der Big Band der Kreismusikschule wird, bleibt vorerst offen. Beinahe hätte aber auch das Blasorchester der Kreismusikschule das "Aus" verkünden müssen: Insgesamt zehn Musiker haben sich jüngst von diesem Ensemble verabschiedet, 16 Hobbymusiker zählt das Blasorchester noch. Eine Besetzung, die gerade noch für Auftritte ausreichen würde.

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erstellt am 30.Aug.2010 | 05:53 Uhr

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