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Lokales

26. September 2017 | 00:31 Uhr

Museum trennt sich von Elchen

vom

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2010 | 05:00 Uhr

Groß Raden | Die Zeit der Elche im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden neigt sich dem Ende zu. Noch im Oktober werden die beiden Elche an den Wildpark Golz verkauft. Das 1,8 Hektar große Gehege vor dem Museumseingang steht dann erst einmal leer.

Wie Museumschefin Heike Pilz berichtete, beruht dieser Verkauf auf einem einstimmigen Beschluss der Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer des Museums Groß Raden auf ihrer jüngsten Versammlung, auf der auch ein neuer Vorstand gewählt wurde. Und der bei allen Beteiligten gewachsenen Erkenntnis, dass die jährlich für die zwei Elche eingesetzten rund 10 000 Euro für das Museum nutzbringender eingesetzt werden können, so für die Bezahlung von Musikgruppen für Veranstaltungen auf dem Freigelände oder für die Reparatur oder den Ersatz von Geräten auf dem Museumsspielplatz.

Die Haltung der Elche, der sich das Groß Radener Museum seit 1997 verschrieben hat, ist nicht nur teuer sondern auch sehr aufwändig. Die Versorgung der Tiere hat seit Jahren der Groß Radener Ausstellungstechniker Kurt Zimmermann übernommen. An sieben Tagen in der Woche und zu jeder Jahreszeit mussten die empfindlichen Tiere mit mehreren Zentnern frischer Zweige - im Sommer Weidenzweige und im Winter Nadelholz - sowie mit speziellen Pellets gefüttert werden. Und natürlich musste Kurt Zimmermann die Tiere auch ständig aufmerksam beobachten, um beim ersten Anzeichen möglicher Krankheiten sofortige tierärztliche Hilfe anzufordern. Diese verantwortungsvolle Arbeit habe er mit Bravour und Hingabe gemeistert gab Heike Pilz eine Einschätzung der zuständigen Schweriner Tierärztin wieder.

Seit 1997 lebten im Groß Radener Gehege insgesamt acht Elche. Mehrfach wurde Elchnachwuchs verkauft, auch bereits an den Wildpark Golz.

Geht es nach Museumsleiterin Heike Pilz könnte das umzäunte 1,8 Hektar große Gelände von einem interessierten Landwirt sofort genutzt werden. Sie könnte sich hier beispielsweise gut eine Dammwildhaltung vorstellen. Und die Gegebenheiten sind vorhanden: ein massives Futterhäuschen und ein Unterstand wurden gebaut. Interessenten sollten sich mit Heike Pilz in Verbindung setzen (Tel. 03847/2252).

Auf der Wahlveranstaltung des Vereins wurde nicht nur ein neuer Vorstand für die kommenden zwei Jahre gewählt, die 80 Mitglieder verabschiedeten auch die bisherigen Vorstandsmitglieder Herbert Hamacher und Kurt Bick herzlich. Beide kandidierten nicht mehr.

Neue Vortragreihe beginnt am Mittwoch

Das Freilichtmuseum Groß Raden setzt auch künftig in den Wintermonaten auf interessante Vorträge, die bisher ein großes Echo fanden.

Ende November wird dann auch der 150 Quadtratmeter große ebenerdige Museumsanbau mit seinen großen Panoramafenstern zum See fertig sein und übergeben werden. Hier finden in einem großen Raum bis 80 Personen Platz. Sind keine Vorträge, kann der Raum geteilt und zur Hälfte für die Museumspädagogik genutzt werden. "Auch im Winter können dann hier erstmals Schüler museumspädagogisch betreut werden, d. h. Weben, Spinnen, Filzen, Töpfern oder Leder verarbeiten. "Derzeit bin ich dabei, für die Töpferarbeiten einen kleinen Brennofen zu bestellen", berichtete Heike Pilz.

Bis dahin muss jedoch noch eifrig gewerkelt werden. So findet die jetzt geplante Veranstaltung auch in der 2. Etage des Hauptgebäudes statt. Eingeladen wird zum ersten Vortrag in dieser Wintersaison am Mittwoch, dem 13. Oktober, um 19.30 Uhr. Es spricht Prof. Dr. Thomas Terberger von der Universität Greifswald zur Wiederbesiedlung Mecklenburg-Vorpommerns nach der letzten Eiszeit. Seit Ausgrabungen im Hamburger Raum gibt es Kenntnisse über frühe Rentierjäger in Norddeutschland vor ca. 14 500 Jahren. Finden sich auch in Mecklenburg-Vorpommern Spuren dieser frühen Jägerkultur? Der Vortrag wird dieser Frage nachgehen.

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