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Lokales

23. September 2017 | 14:45 Uhr

Mülltrennung soll sich auszahlen

vom

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2010 | 08:37 Uhr

Schwerin | Wie weit geht die ökologische Verantwortung angesichts der Notwendigkeit wirtschaftlichen Arbeitens? Die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS), die unter anderem für die Entsorgung von Hausmüll und die Wertstoffentsorgung in der Landeshauptstadt verantwortlich sind, versuchen diesen Spagat.

Denn ob Haus- oder Sperrmüll, Bioabfälle, Papier und Pappe oder Glas und Verpackungen mit dem Grünen Punkt - in Schwerin kann alles getrennt entsorgt werden. Das trägt allerdings auch dazu bei, dass die Hausmüllmenge seit Jahren kontinuierlich abnimmt. Oftmals haben die Hauseigentümer längst reagiert und die Größe der Mülltonnen verkleinert. Das jedoch sorgt für geringere Einnahmen bei den SDS, die für die Müllentsorgung verantwortlich sind und die SAS damit beauftragt haben.

Die Kosten der Abfallwirtschaft werden durch Gebühren gedeckt. Die Landeshauptstadt erhebt eine Grundgebühr und eine Leistungsgebühr für die Entleerung einer Mülltonne, die proportional zur Behältergröße ist. Durch den Rückgang des Behältervolumens gehen die Gebühreneinnahmen aus der Leistungsgebühr zurück. Zum Vergleich: 1995 fielen noch 400 Kilogramm Hausmüll pro Jahr und Einwohner an, im vergangenen Jahr waren es nur noch 245 Kilogramm (wir berichteten).

Wer also effektiv trennt, benötigt keine wöchentliche Abholung der 120- oder gar 240-Liter-Hausmülltonne. Denn der durchschnittliche Wert liegt laut SDS-Chefin Ilka Wilczek bei wöchentlich 15 Liter, die pro Person an Hausmüll anfallen. Der Durchschnittswert täusche allerdings über deutliche örtliche Unterschiede hinweg. So fielen in den drei Dreescher Stadtteilen pro Woche und Einwohner 60 Liter an. "Dort wird kaum getrennt", so Wilczek.

Wer jedoch trennt, kann sowohl per Antrag die Größe der Hausmülltonne verringern, als auch den Entsorgungsrhythmus vergrößern. Dabei, so räumt es die SDS-Chefin ein, gingen natürlich dem kommunalen Eigenbetrieb wichtige Einnahmen verloren. "Wir bieten das aber dennoch an", sagt Wilczek. Bis zu einem Entsorgungsrhythmus von jeweils vier Wochen könne es Veränderungen geben. "Für uns macht das allerdings erst dann wirtschaftlich Sinn, wenn durch die Abmeldung verschiedener Haushalte ganze Entsorgungstouren wegfallen würden", sagt Ilka Wilczek. "Dazu müssen und wollen wir mit den Schwerinern gezielt reden." Denn nur wenn ein Entsorgungsfahrzeug eingespart werde, könnten Effekte erreicht werden. Eine Art Markensystem wie im Schweriner Umland könne es allein aus logistischen Gründen in der Landeshauptstadt nicht geben.

Technisch sei die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) als Auftragnehmer der SDS in der Lage, auch kleinere Mülltonnen zu entsorgen. Sie seien alle mit der Kipptechnik abgestimmt. 80-Liter-Tonnen seien in vielen Bereichen der Stadt schon Alltag. In Einzelfällen sei laut Satzung sogar eine 40-Liter-Tonne möglich. Die ist für Ein-Personen-Haushalte geeignet und ist eigentlich eine 60-Liter-Tonne - kleineres ist derzeit mit der notwendigen Kipptechnik für die Entsorgungsfahrzeuge nicht zu haben - in die ein Einsatz eingebaut sei, der das Volumen verringere.

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