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Lokales

18. Oktober 2017 | 05:58 Uhr

Müll trübt schöne Sommerabende

vom

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2010 | 07:34 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Tino Hermann ist sauer: Die Terrassen-Kaikante im Stadthafen zwischen Kabutzenhof und Neptunallee gleicht oft einer Müllhalde. "Die drei bis vier Mülleimer dort sind immer hoffnungslos überfüllt", sagt das Ortsbeiratsmitglied der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Der Grund dafür sind die zahlreichen Menschen, die es in den sommerlichen Abendstunden an die Kaikante zieht - zum Grillen, Kubbspielen oder einfach zum gemütlichen Feierabendbier beim Sonnenuntergang. "Einige lassen ihren Müll samt Grill einfach liegen", sagt Hermann. Das sei aber die Ausnahme. Viele würden versuchen, ihre Reste in den Papierkörben unterzubringen. Diese könnten aber nicht genug aufnehmen und seien daher schnell überfüllt. Als Folge stellen die Leute ihren Müll einfach daneben. Weht dann nachts der Wind darüber hinweg, verteilt er Asche, Papier und Scherben über das gesamte Gebiet.

Bild der Verwüstung entlang der Kaikante

Darunter leidet das Bild des gesamten Stadthafens. Denn auch Am Warnowufer, auf der Haedgehalbinsel oder den Treppenstufen auf der Holzhalbinsel bietet sich eine ähnliche Szene. Das stört nicht nur Hermann, sondern auch Hafenkapitän Gisbert Ruhnke, dessen beide Mitarbeiter im Stadthafen durch den Dreck zu ihrem Arbeitsplatz in der kleinen Hafenamtshütte auf der Haedgehalbinsel laufen müssen. "Jeden Morgen liegt der Müll hier überall verteilt herum", sagt Ruhnke. Manche Leute würden sogar den Inhalt der großen grünen Sammeltonne hinter dem Gebäude wieder ausleeren und ihren Inhalt quer über die ganze Halbinsel verteilen. Spätestens zur morgen beginnenden Hanse Sail müsse die Stadt reagieren, fordert Hermann zumindest für seinen Zuständigkeitsbereich, die Treppenanlagen hinter dem Neptun-Einkaufscenter. "Schnelle und unbürokratische Abhilfe könnten dort zwei Mülltonnen schaffen, die nicht nur Platz bieten, sondern auch etwas brandsicherer sind", so Hermann. Das habe im vergangenen Sommer auch schon funktioniert. Denn neben dem Müll an sich, gehe auch von der heißen Asche der Grills eine hohe Brandgefahr aus. Die Leute würden sie einfach in die Mülleimer kippen, die daraufhin entflammten. "Die orangenen Eimer schmelzen regelmäßig dahin, wenn die Leute ihre Grills samt glühender Kohle entsorgen", so Hermann. Warum in diesem Jahr bisher auf die Zusatztonnen verzichtet wurde, konnte er noch nicht klären.

Ruhnke hat zudem ein anderes Problem ausgemacht: übermütige Jugendliche turnen abends und nachts auf dem großen, stillgelegten Kran im Stadthafen herum. "Das ist verboten", sagt er. Denn die Sicherheit ist nicht gewährleistet und im schlimmsten Fall kann das einen tödlichen Absturz nach sich ziehen. Die vorgehängten Ketten und Schilder schrecken die Jugendlichen allerdings nicht ab. "Die einzige Lösung wäre ein Zaun", sagt Ruhnke. Damit wäre die Haedgehalbinsel mit ihrem Museumshafen allerdings auch für harmlose Spaziergänger und Touristen gesperrt, zumindest abends und nachts.

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