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Lokales

20. November 2017 | 20:22 Uhr

Mühlenbach plätschert wieder

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Der stark begradigte Bach im ehemaligen Grenzbereich wurde auf 1000 Metern mit EU-Geldern und privaten Mitteln renaturiert

svz.de von
erstellt am 15.Mai.2015 | 00:00 Uhr

Falko Steinberg dachte an die Kosten für ein paar Baggerstunden, als er und Detlev Werner von Bülow den Plan fassten, den kommunalen Eigenanteil für die Renaturierung des Mühlenbachs zu übernehmen. Das Projekt, den stark begradigten Bach wieder in seinem ursprünglichen Bett fließen zu lassen, wurde dann deutlich teurer, obwohl es sich nur um 1000 Meter handelt. Denn die Renaturierung umfasste auch den Rückbau von 300 Meter Rohrleitungen, einem Durchlass und von Betonwänden.

Der Mühlenbach war zu Beginn der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts von den DDR – Grenztruppen durch einen weiter westlich verlaufenden, sehr tiefen und breiten Abflussgraben mit steilen Wänden ersetzt worden, um den innerdeutschen Grenzstreifen mit Metallgitterzaun, Kolonnenweg und Panzergraben möglichst effektiv zu entwässern. So sollten eventuelle Flüchtlinge besser sichtbar sein. Auf die Natur - Tiere wie Pflanzen - wurde dabei keine Rücksicht genommen.

Die Europäische Union hatte sich 2002 vorgenommen, die Gewässer Europas bis 2015 in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen, dafür wurden Gelder bereit gestellt. Nun wurde die Deadline auf 2017 verschoben, weil europaweit noch lange nicht alle Gewässer in den erwünschten Zustand versetzt werden konnten.

Insgesamt kostete die Renaturierung nur dieser 1000 Meter Bach 130  000 Euro. 90 Prozent kamen aus EU-Mitteln, 10 Prozent gaben Steinberg und von Bülow. Den Beiden gehören die Flurstücke Wendisch Lieps und Bürgerhof, die jeweils westlich und östlich an den Mühlenbach grenzen. Während Falko Steinberg seit 1994 das Land gehört, ist die Familie von Bülow schon seit 1605 Eigentümer des ehemaligen Gutes Wendisch Lieps. Die Familie wurde zwar im Zuge der Bodenreform enteignet, doch Detlev von Bülow konnte 1998 das Land von der BVVG wieder zurück kaufen.

Durch die Wiederherstellung des historischen, stark mäandrierenden Bachbetts mit einem flachen Uferverlauf können sich hier nun wieder viele heimische wasserliebende Pflanzen ansiedeln, ebenso Fische wie das Neunauge, Amphibien und Wasservögel. Außerdem wurden Teile des früheren Abflusskanals als Teichlebensräume im Nahbereich des Mühlenbachs belassen.

Die Renaturierungsmaßnahme wurde nach Genehmigung durch die Wasserbehörde des Landkreises Ludwigslust von Andreas Schwebs (Foto l.) vom Wasser- und Bodenverband Boize – Sude – Schaale in Toddin durchgeführt. Die Maßnahmeplanung erfolgte durch das Ingenieurbüro Mackel (Foto r.) aus Ludwigslust. Begleitet wurden die Arbeiten von Förster Dorr. Aufgrund der reichen Quellenlage war der frühere Bachverlauf glücklicherweise gut nachvollziehbar.

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