Motorisch über dem Durchschnitt

Über die Zeit, die der Proband zum Einstecken der Metallstifte braucht, beurteilen die Forscher seine Feinmotorik.
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Über die Zeit, die der Proband zum Einstecken der Metallstifte braucht, beurteilen die Forscher seine Feinmotorik.

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30. März 2010, 11:13 Uhr

Wittenberge | Gar nicht so einfach, 30 Sekunden lang einbeinig auf einer schmalen Holzlatte zu balancieren. Trotzdem muss sich der zehnjährige Florian Plog nur ein paar mal mit dem anderen Fuß abstützen. Beim Rumpfbeugen aber bleibt der sportliche Junge unterdurchschnittlich. "Weiter gehts wirklich nicht", sagt er.

"Da haben alle Fußballer schlechte Karten, denn ihre Muskeln sind nicht so dehnfähig", sagt Florian Rauch, Sportwissenschafts-Student am Karlsruher Ins titut für Technologie (KIT), der die Übungen beobachtet und die Ergebnisse notiert. "Ich habe das gleiche Problem", spricht er seinem Probanden Mut zu.

Danach geht es weiter zu Balanceübungen, Motoriktests und einem Ausdauerversuch auf einem Ergometer. Vorab werden die körperlichen Daten wie Alter, Gewicht und Blutdruck. "Das ist wichtig für die Einordnung der Daten", sagt Rauch.

Bereits zum zweiten Mal machten Sportwissenschaftler in der Elbestadt Station, um im Rahmen der bundesweit angelegten Motorik-Modul-Längsschnittstudie, die vom KIT, der Universität Konstanz und der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd in Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut Berlin durchgeführt wird, Daten zu erheben. Diese dienen als Grundlage, um über längere Zeiträume den Entwicklungsstand von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf ihre motorischen Leistungsfähigkeit, ihre körperlich-sportliche Aktivität und die resultierenden Auswirkungen auf ihre Gesundheit zu analysieren.

"Dieses Mal testen wir hier rund 40 Kinder und Jugendliche und gleichen ihre Ergebnisse mit den bundesweiten Normen ab", erklärt Jochen Michel, ebenfalls vom KIT. "Bisher sieht es gut aus, die meisten der Probanden, die ich getestet habe, liegen über dem Durchschnitt."

Mit dem Einsatz ihrer jungen Testpersonen können die Wissenschaftler zufrieden sein. "Die Jungen und Mädchen machen das sehr gut, lassen sich alles genau erklären und haben auch ihren Spaß dabei", sagt Jochen Michel. "Natürlich ist es für sie und für die Eltern interessant, was dabei herauskommt, denn nach den Tests erhält jeder eine persönliche Auswertung, in der wir auch Hinweise geben, wie Defizite verbessert werden können.

Seit 2003 wurden im Rahmen des Motorik-Moduls rund 18 000 Kinder und Jugendliche Untersucht. Nach der zweiten Erhebungsphase, die bis 2012 andauert, können aus den Daten Zusammenhänge zwischen sportlicher Aktivität, motorischer Leistungsfähigkeit und Gesundheit abgeleitet werden.

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