Bützow : Mobbing: Hilfe für Opfer

Gemeinsam grübeln, was zu tun ist: Paul Lemke, Franziska Kutschka, Sophie Grigull und Anne-Kathrin Wachlin entwickeln Anti-Mobbing-Strategien. Ralf Badenschier (2)
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Gemeinsam grübeln, was zu tun ist: Paul Lemke, Franziska Kutschka, Sophie Grigull und Anne-Kathrin Wachlin entwickeln Anti-Mobbing-Strategien. Ralf Badenschier (2)

Mit kleinen Hänseleien fängt es an. Der Übergang von "ein wenig ärgern" zum Mobbing ist oft fließend. Jugendliche der Regionalen Schule "Käthe Kollwitz" entwickeln jetzt Strategien gegen Mobbing.

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21. Mai 2013, 11:32 Uhr

Mit kleinen Hänseleien fängt es an. Schnell kann daraus ein "Alle gegen Einen" werden. Der Übergang von "ein wenige ärgern" zum Mobbing sind fließend. Am Ende steht oftmals ein gebrochener Mensch und die Frage, wie konnte das passieren? Jugendliche der Regionalen Schule "Käthe Kollwitz" in Bützow entwickeln während eines Projekttages Strategien gegen Mobbing.

"In der Schule haben wir uns mit dem Thema bisher noch nicht beschäftigt", erzählt Alexander Klatt. Mobbing in der krassen Form gebe es bisher an der Schule auch nicht, sind sich Alexander und die anderen sieben Neuntklässler einig, die an diesem Tag gemeinsam mit Ralf Dechau vom Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern Anti-Mobbing-Strategien entwickeln. "Wir absolvieren gerade ein Seminar an der Polizeifachhochschule Güstrow", erzählt Dechau. Und da habe es sich angeboten, das Thema gleich in der Praxis mit Schülern anzugehen. Er und weitere Kollegen nehmen sich der Neuntklässler in Bützow in kleineren Gruppen an.

"Ja, ab uns zu wird mal jemand ein wenig gehänselt, mehr aber auch nicht", sagt Paul Lemke. Er und die anderen Mitschüler lassen sich auf das Thema ein und ihren Gedanken freien Lauf. Das findet Dechau gut und wichtig. Wehret den Anfängen steht beim Thema Mobbing ganz oben.

Das wird den Schülern bewusst, die zu Beginn des Projektes einen 15-minütigen Film sehen. Ein Junge wird gemobbt, bis er keinen anderen Ausweg mehr sieht und auf ein Dach steigt ... Hier endet der Film. Ausgang offen.

"Der Film hat nachdenklich gemacht. Vor allem, als selbst die Mutter den Jungen zunächst nicht ernst genommen hat", sagt Sophie Grigull. Den anderen ernst nehmen mit seinen Sorgen, Nöten aber auch mit seiner ganz eigenen Position. Das ist ein Ansatzpunkt. Dechau zitiert Winston Churchill: "Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, ist einer von ihnen überflüssig."

Bei den Schülern heißt das: "Wir wollen, dass jeder seine Interessen vertreten kann." So steht es auf dem Plakat, auf dem sie ihre Anti-Mobbing- Strategie erarbeiten. Eine weitere: Hilfsmittel zur Abschreckung benutzen, z.B. Videos und Fotos. Dabei gehe es darum, Jugendlichen zu zeigen, was Mobbing für Folgen haben kann, erklärt Paul Lemke. Und die Schüler fordern, dass Provider wie Facebook, Schüler VZ usw. mehr tun gegen das Mobbing im Internet, Bilder und Filme sperren.

Ein Ansatz, der auch Schulleiterin Gudrun Radziwolek bewegt hat, diesen Projekttag durchzuführen. "Auch wenn wir mit Mobbing so bisher noch nicht zu tun haben, hatten wir einige Fälle vom so genannten Cyber-Mobbing, und das bereits vor fünf, sechs Jahren." Das Mobbing über die neuen Medien wie Internet und Smartphon ist eine der neuen Formen und vor allem eine der gefährlichsten, denn die Täter können sich in der Anonymität verstecken. Um so mehr sei es gerade wichtig, das Thema mit Kindern und Jugendlichen offen anzugehen.

Die Neuntklässler der Kollwitzschule jedenfalls fänden es klasse, wenn künftig regelmäßig Projekttage an der Schule zum Thema Mobbing stattfinden würden. So können man sich noch intensiver damit auseinandersetzen. Denn wehret den Anfängen. An der Kollwitzschule stehe man aber nicht allein, sagen Paul, Alexander, Sophie und die anderen. Mit der Schulsozialarbeiterin habe man eine Ansprechpartnerin und findet dort Hilfe ...

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