Landespokal: Rostocker FC gegen Hansa : Mittwoch 14 Uhr - einfach grauenhaft

Für RFC-Vorstandsmitglied Nils Greese wurde das eigentliche Traumlos FC Hansa Rostock, zu einem wahren Albtraum. Karen Hacke/Archiv
Für RFC-Vorstandsmitglied Nils Greese wurde das eigentliche Traumlos FC Hansa Rostock, zu einem wahren Albtraum. Karen Hacke/Archiv

Traum oder Albtraum? Nach der Auslosung wusste Nils Greese vom RFC nicht, ob er sich darüber freuen soll, dass sein Verein im Achtelfinale des Landespokals 2010/11 gegen den Drittligisten FC Hansa antreten "darf".

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22. Februar 2011, 12:20 Uhr

Rostock | Traum oder Albtraum? Nach der Auslosung am 19. Oktober wusste Nils Greese (Vorstandsmitglied beim Rostocker Fußball-Club) nicht, ob er sich darüber freuen soll, dass sein Verein im Achtelfinale des Krombacher-Landespokals 2010/11 gegen den Drittligisten FC Hansa antreten "darf". Heute - gut vier Monate später - ist "das eingetreten, was ich befürchtet habe. Man kann schon sagen, dass es eher ein Albtraum-Los für uns geworden ist", erklärte Nils Greese.

Eigentlich wollte er ein Fußball-Fest, mit allem was dazu gehört, organisieren. Doch seine Vorfreude hält sich mittlerweile in Grenzen: "Richtiger Spaß kommt sicher nicht auf. Wenn diese Partie durch ist und wir eine schwarze Null schreiben, sind wir froh und machen drei Kreuze."

Allein die Terminfindung gestaltete sich aufgrund der Nachholpartien des FCH in der 3. Liga (diese haben Vorrang) extrem schwierig. Hinzu kamen strenge Sicherheitsauflagen der Polizei und auch vom Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern (LFV) fühlt sich der Hansestädter im Stich gelassen: "Es war ja lange Zeit bekannt, dass der FC Hansa am Landespokal teilnimmt. Aber ein Konzept, wie man damit umgeht, gibt es beim LFV nicht. Es sind ja immer die gleichen Probleme, die auftreten. Und vielleicht geht das ganze Theater in der nächsten Runde wieder los. Wir spielen jetzt an einem Mittwoch um 14 Uhr - einfach grauenhaft", sagte der Rostocker.

Bis zuletzt bestanden zwei Möglichkeiten der Austragung seitens der Polizei. Um 14 Uhr im Volksstadion mit einer Begrenzung der Zuschauerzahl auf 1500 oder um 19 Uhr in der DKB-Arena. "Letzteres wollte Hansa dann aber nicht mit dem Hinweis, dass der Verein im Aufstiegskampf der 3. Liga steckt und sich den Rasen nicht kaputt machen will", erzählte Greese, der in diesem Fall mit rund 3000 Besuchern geplant hätte.

Nun aber steigt das Duell im Volksstadion, und beim RFC geht man davon aus, dass die 1500 Karten gar nicht alle verkauft werden: "Ich hoffe, dass überhaupt 600 Zuschauern kommen. Das muss man sich mal vorstellen. Für ein Pflichtspiel mit dem FC Hansa ist das doch ein Witz."

Neben den gesamten organisatorischen Schwierigkeiten hat der Außenseiter auch im sportlichen Bereich zu kämpfen. "Großes Kopfzerbrechen bereitet uns, dass wir gar nicht wissen, wer überhaupt auflaufen kann. Tobias Kirschnik zum Beispiel arbeitet auf der Werft. Da ist noch nicht klar, ob er frei bekommt. Zudem sind viele unserer Spieler Studenten, und die stecken derzeit mitten in ihren Prüfungsvorbereitungen. Da kann man auch nicht sagen, wie sie an diesem Tag Zeit haben", erklärte Greese.

Für einen Kicker in Reihen des Verbandsligisten ist es eine besondere Partie. Ryan Gyaki versuchte, von 2007 bis 2009 beim FC Hansa Fuß zu fassen, brachte es aber lediglich auf zwölf Einsätze in der zweiten Mannschaft. Wegen seiner Freundin blieb der 25-Jährige in Rostock und schloss sich in diesem Winter dem RFC an. Bei der 2:3-Schlappe am Wochenende in Grimmen feierte der Mittelfeldmann sein Debüt für die Hansestädter.

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