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Lokales

19. November 2017 | 11:22 Uhr

Mit weniger Hitze sauber schweißen

vom

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2010 | 08:48 Uhr

Schmarl | Sie wollen schneller als die internationale Konkurrenz sein. Mit ihrer neuen Laseranlage kommen die Entwickler der Rostocker Ingenieurtechnik und Maschinenbau GmbH (IMG) ihrem Ziel einen bedeutenden Schritt näher. Bereits in drei Jahren will die Firma mit innovativen Schweiß- und Schneidtechniken neue Produkte marktreif haben. Gestern hat Geschäftsführer Reinhart Kny gemeinsam mit Wirtschaftsstaatssekretär Rüdiger Möller auf dem Schmarler Betriebsgelände ein neues Laserzentrum eingeweiht. Auf einer Fläche von 740 Quadratmetern entstand in den vergangenen 13 Monaten eine Halle mit einer integrierten Laserbearbeitungsanlage im Wert von 1,8 Millionen Euro. Dort sollen in einem Probeverfahren vor allem Stahl und Bleche für den Schiffbau bearbeitet werden.

Im Laufe der Jahre beobachtete der Produzent eine Veränderung im Schiffbau. Der Trend bei der Fertigung geht zu immer dünneren Stahl- und Aluminiumlegierungen mit einer hohen Festigkeit. Diese Materialien können bisher nur durch starke Erhitzung bearbeitet werden. "Unser Ziel ist es, mit dem neuen Laser unter niedrigeren Temperaturen zu schweißen und zu schneiden", sagt Stefanie Müller, Leiterin im Bereich Entwicklung und Forschung bei IMG. Denn im sogenannten Rührreib-Verfahren verziehe sich der Stahl und ein geringerer Energieaufwand sei nötig, so die Ingenieurin. "Bisher wird diese Verarbeitung nur beim Bau von Kreuzfahrtschiffen verwendet, aber wir hoffen, die Aluminiumfräse damit zu eliminieren", sagt Müller.

Förderbescheid für Uni Rostock und IMG

Für das Engagement überreichte Staatssekretär Möller dem Unternehmen gestern einen Förderbescheid in Höhe von 420 000 Euro. "Damit wollen wir zusammen mit der Universität Rostock und dem Fraunhofer Institut einen Roboter entwickeln, der große und schwere Segmente heben und transportieren kann", sagt Geschäftsführer Kny. Diese Arbeit wird derzeit noch von großen Kränen übernommen. Die Universität erhielt ebenfalls zwei Fördermittelbescheide in Höhe von insgesamt 900 000 Euro. Den Betrag verwendet die Hochschule, um künftig einen Stabkinematik-Motor zu entwickeln.

Die Lasertechnologie brachte IMG erstmals 2006 auf einer Werftanlage zum Einsatz - bis 2009 die Krise einbrach. "Nur durch unser Engagement in Entwicklung und Forschung haben wir überlebt", sagt Kny. Mit der Investition in die Forschung will das Unternehmen innovative Produkte schnell zur Marktreife bringen. Nachdem das Unternehmen die Auswirkungen der Krise im vergangenen Jahr überwunden hat - für 25 Prozent der 110 Mitarbeiter wurde vorübergehend Kurzarbeit angemeldet -, sind die Bücher von IMG wieder prall gefüllt. "Erst gestern haben wir aus Brasilien einen Auftrag für eine Paneellinie in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages bekommen", sagt Kny. Mit weiteren Aufträgen aus Russland, China, Indien, Polen, Russland und Vietnam ist der Hersteller bis 2011 ausgelastet. "Heute verfügen wir über einen Auftragsbestand von 30 Millionen Euro", so der Geschäftsführer.

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