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Lokales

21. August 2017 | 06:40 Uhr

Mit Vollgas in ein neues Jahrzehnt

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Severin | Bescheiden verfolgen Monika Jänsch und Astrid Nagorsnick den Trubel, der sich gerade vor ihren Augen abspielt. Eine dichte Menschentraube drängt durch die neue Halle, deren Eingang wenige Minuten vorher noch mit einer großen roten Schleife versperrt war. Seit 20 Jahren haben die beiden Frauen aus Severin jede Entwicklungsetappe der Mecklenburger Landpute hautnah miterlebt. Sie gehören zu den Mitarbeitern der ersten Stunde, haben 1990 stundenlang geschrubbt und gespachtelt, um die Stallanlagen der einstigen LPG, in der sie vorher selbst tätig waren, putenmasttauglich zu machen. Wer kannte damals in Mecklenburg schon Putenfleisch? Heute sind Monika Jänsch und Astrid Nagorsnick einfach nur stolz, hier arbeiten und täglich spüren zu dürfen, dass ihre Arbeit einen Wert hat. Solche Mitarbeiter wie Monika Jänsch und Astrid Nagorsnick im Bereich Feinzerlegung sind das Rückgrat des Unternehmens. "Ein Wahnsinn", hielt selbst Geschäftsführer Armin Kremer erstaunt inne, nachdem er einmal hochgerechnet hatte, dass jede dieser beiden Frauen in zwei Jahrzehnten 16 Millionen (!) Putenschnitzel von jeweils 15 cm Länge geschnitten haben muss. Jedes einzelne Schnitzel ganz klassisch mit dem Messer.

Putenfleisch, egal ob als Schnitzel, mit Champagner "gespritzt" als Festmahl, verarbeitet in unzählig vielen Sorten Wurst, Schinken und Salaten oder in der delikaten Putensoljanka, ist heute längst in aller Munde. Sogar über den Wolken: Als erstes Unternehmen im Bundeslandes durfte die Mecklenburger Landpute die Deutsche Lufthansa für das Bord-Catering beliefern. Eine substanzvolle Zusammenarbeit verbindet die Severiner seit nunmehr elf Jahren mit der Freiland Puten Fahrenzhausen GmbH. "Wir haben hier Partner gefunden, die unsere kostbar erzeugten Tiere schlachten, zerlegen und verpacken", nimmt der Geschäftsführer des Biogeflügelproduzenten, Dr. Martin Bohn, seit 1999 auch persönlich großen Anteil am stetigen Wachsen des Mecklenburger Unternehmens mit aktuell 230 Beschäftigten. Mit seiner Einschätzung sprach er Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus voll aus dem Herzen: Mecklenburg-Vorpommern sei ein geeigneter Standort, um die Biogeflügelerzeugung weiterzuentwickeln. Und die wiederum ein Jobmotor. In Severin hat man die Zeichen der Zeit längst erkannt und 2001 in eine Bio-Produktionshalle investiert. Die jedoch größte Investition in der Firmengeschichte ist nun pünktlich zur 20. Geburtstagsfeier fertiggestellt worden und für Armin Kremer zugleich Spiegelbild des seit 1990 Geleisteten: Seit Anfang Juni 2010 flossen rund 1,4 Millionen Euro in den Umbau und die Erweiterung der Schlachterei bzw. die dazugehörigen Anlagen, weitere 500 000 Euro in Maschinen, u. a. ein neues Ettikettiersystem, sowie 600 000 Euro in eine Photovoltaikanlage.

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erstellt am 26.Sep.2010 | 05:37 Uhr

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