Mit voller Kraft in letzte Runde

Weiter Kurs halten: Karin Strenz überreicht Kreistagspräsidentin Gudrun Stein das Steuerrad für den Kreistag.Mitzlaff
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Weiter Kurs halten: Karin Strenz überreicht Kreistagspräsidentin Gudrun Stein das Steuerrad für den Kreistag.Mitzlaff

Mit einem Hauch Wehmut und erneut Gudrun Stein an der Spitze startete der Kreistag Parchim in die neue Legislaturperiode. Lässt sich die Kreisgebietsreform nicht mehr stoppen, sind die Tage des Landkreises nämlich gezählt, dann treffen wir uns dereinst in Ludwigslust wieder...

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15. Juli 2009, 11:23 Uhr

Parchim | Mit einem Hauch Wehmut startete der Kreistag Parchim in die neue Legislaturperiode. Lässt sich die Kreisgebietsreform nicht mehr stoppen, sind die Tage des Landkreises nämlich gezählt...

Erste Frau des Parchimer Kreistags bleibt Gudrun Stein (CDU). Zum dritten Mal hoben die Kreistagsmitglieder die Lübzerin, der es gelingt, sogar außer Rand und Band geratene Kommunalpolitiker freundlich aber bestimmt auf den Boden zurückzuholen, aufs Schild. Rund 50 Zuschauer verfolgten die konstituierende Sitzung im sommerheißen Solitär.

33 der 47 Kreistagsmitglieder stimmten in geheimer Wahl für Gudrun Stein. Die CDU stellt 17 Abgeordnete, die SPD 11, Linke 10, FDP und Agrarbündnis 5, Bündnis 90 /Grüne 2 und NPD 2. Die Sozialdemokraten bilden mit den Grünen eine Zählgemeinschaft, Agrarbündnis-Mann Berthold Löbel hat sich der FDP angeschlossen. Natürlich bleibt es Spekulation, aber offenbar hat die Linke Stein ihre Unterstützung komplett versagt. CDU, SPD, FDP ergeben zusammen 33 Stimmen.

Klarere Verhältnisse bei der Wahl der Stellvertreter und übrigen Präsidiumsmitglieder. Horst-Dieter Keding (SPD, Sukow) als erster Stellvertreter fuhr 45 Ja- und 2 Nein-Stimmen ein. Reiner Kluth (Die Linke, Goldenstädt) erntete 44 Stimmen (2 Nein, 1 Enthaltung). Im Präsidium sitzen Georg Ihde (FDP, Crivitz) und Ulrike Seemann-Katz (Bündnis 90/Grüne, Crivitz), beide mit 45-fachem Ja und 2-fachem Nein.

Was fällt auf, ohne dass es einer der Kreistagsmitglieder ansprach? Die demokratischen Parteien schafften es in geräuschloser Einmütigkeit, die NPD-Kollegen vom Präsidium fernzuhalten. Dafür stellt jede der Parteien des demokratischen Spektrums ein Mitglied im Präsidium, der Spitze des wichtigsten Gremiums im Landkreis. Die viel beschworene Gemeinsamkeit der Demokraten, hier ist sie mit Händen zu greifen und sendet eine klare Botschaft aus: Zwischen uns passt kein Blatt Papier. Vor dem Landratsgebäude demonstrierten währenddessen rund zehn Angehörige der linken Szene mit Plakaten gegen den Einzug der NPD in den Kreistag. Alles in allem ein unspektakulärer, aber demokratisch reifer Start in die vielleicht letzte Legislaturperiode

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