Mit Therapieangebot punkten

Action im Ballbad: Spielerisch lernen die Kinder der integrativen Kita Regenbogen den Umgang miteinander und ihr eigenes Körpergefühl besser kennen. Antje Bernstein
Action im Ballbad: Spielerisch lernen die Kinder der integrativen Kita Regenbogen den Umgang miteinander und ihr eigenes Körpergefühl besser kennen. Antje Bernstein

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10. Februar 2010, 06:59 Uhr

Parchim | Begegnungsstätte, Therapiezentrum und Kinderbetreuung unter einem Dach - mit diesem Konzept kann die integrative Kita "Regenbogen" in der Parchimer Weststadt punkten. In der Einrichtung werden Kinder mit Migrationshintergrund oder aber körperlichen Beeinträchtigungen in Kita-Gruppen integriert. Dies sorgt vor allem bei den Eltern für Begeisterung. "So lernt meine Tochter, dass es auch beeinträchtigte Kinder und andere Nationalitäten gibt", sagt Christiane Lücke. Hänseleien würden so später gar nicht erst aufkommen, denn schon von Kindesbeinen an lernen die Mädchen und Jungen, einander so zu akzeptieren, wie sie sind.

"Ziel ist es, dass Kinder mit Beeinträchtigungen später in eine reguläre Schule gehen können", erklärt Erzieherin Marietta Ludwig. Pro Gruppe kümmern sich jeweils zwei Erzieherinnen um die Kinder - je eine von ihnen hat eine heilpädagogische Ausbildung, führt Fördermaßnahmen mit den beeinträchtigten Kindern spielerisch durch. Dabei geht sie gezielt auf die jeweiligen Defizite ein. "Erzieherin und Kind schaffen sich eine Art kleine Insel", erklärt Marietta Ludwig. So kann sich die Pädagogin ganz auf ihren Schützling und dessen Bedürfnisse konzentrieren und doch sind beide Teil der ganzen Gruppe.

Unterstützung kommt auch von außerhalb: ein- bis zweimal pro Woche kommen Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten in die Kita und kümmern sich intensiv um beeinträchtigte Kinder. Vorteil für die Eltern: Sie müssen ihr Kind für Behandlungen nicht extra aus der integrativen Einrichtung nehmen, Fahrerei zu Therapeuten entfallen ebenfalls. In der Kita Regenbogen wird für beeinträchtigte Kinder das Rundum-Sorglos-Packet unter einem Dach geboten. Gerade bei der derzeitigen Witterung kommt dies den Eltern entgegen.

Der sechsjährige Tobias ist ein solches Integrationskind. Hier in der Kita überwindet er spielerisch seine körperlichen Defizite im Laufen und Sprechen. "Wir konnten schon viele Kinder über das Singen zum Sprechen bringen", erklärt Marietta Ludwig. Lernen steht auch bei den Migrationskindern im Vordergrund. Jungen und Mädchen wie der vierjährige Daniel, dessen Eltern Russlandaussiedler sind, wird hier die Möglichkeit gegeben, deutsch zu lernen und das wie ganz von allein, einfach beim Spielen in der Gruppe.

Von den umfangreichen Angeboten in der Kita profitieren alle Kinder gleichermaßen. Ob Entspannen im Snoezelzimmer auf einem vibrierenden Wasserbett bei gedimmten Licht und Wasserspielen oder aber Toben und Klettern im Bewegungsraum - durch verschiedenste Herangehensweisen lernen die Kinder ihren Körper besser kennen. Dies kommt vor allen den Kindern mit Bewegungsdefiziten zugute.

Bei solch einem Angebot war die Wahl der richtigen Kita bei vielen Eltern schnell getroffen. "Meine Tochter war früher auch hier. Das hat mir so gut gefallen, dass ich mich bewusst wieder für diese Kita entschieden hab", sagt Marina Pagel. Nun besucht ihr Sohn Eric täglich eine der zehn Kita-Gruppen. Viele Kinder haben die Kita schon vor dem Kindergartenalter kennen gelernt. In der Spielgruppe treffen sich einmal pro Woche Eltern und Kleinkinder in der integrativen Einrichtung und können die Räume austesten. "Hier knüpfen die Kinder auch zum ersten Mal Kontakte außerhalb ihrer Familie", erklärt Marietta Ludwig. Gerade für Kinder mit Migrationshintergrund, die zu Hause nur die Muttersprache ihrer Eltern hören, ist dies ein erster wichtiger Schritt in Richtung Integration. Und auch für die Eltern lohnt sich der Kita-Besuch: an Elternabenden wird hier nicht nur über anstehende Projekte diskutiert. Fachkundige Referenten beraten hier bei Erziehungsfragen.

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