Mit Schall und Rauch

Michael Möller (44) ist seit 1994 Mitglied der Grabower Schützenzunft von 1655 e. V.  und steht seit zwei Jahren  dem 1. Mecklenburger-Böller-Corps 96 vor. Geböllert wird mit 'Handböllern' und Kanonen, die mit genau abgewogenem Schwarzpulver plus Verdämmungsmaterial geladen werden. Foto: Thorsten Meier
Michael Möller (44) ist seit 1994 Mitglied der Grabower Schützenzunft von 1655 e. V. und steht seit zwei Jahren dem 1. Mecklenburger-Böller-Corps 96 vor. Geböllert wird mit "Handböllern" und Kanonen, die mit genau abgewogenem Schwarzpulver plus Verdämmungsmaterial geladen werden. Foto: Thorsten Meier

von
30. März 2010, 11:12 Uhr

Grabow | Seit der Wiedergründung der Grabower Schützenzunft von 1655 e.V. 1993 wurden innerhalb der Schützenzunft wieder alte Abteilungen neu ins Leben gerufen. Das 1. Mecklenburger-Böller-Corps ist das jüngste von fünf Corps der Grabower Schützenzunft von 1655 e. V., um das seit dem Mittelalter ausgeübte Brauchtum des Böllerschießens zu fördern und zu pflegen. Denn Böllern hat Tradition, sowohl zu kirchlichen als auch zu weltlichen Festen. Derzeit hat das Böller-Corps 17 Mitglieder, darunter auch vier Frauen. Es gründete sich am 1. Mai 1996. Michael Möller steht ihm seit zwei Jahren vor. Die Schützenzunft der Eldestadt hat insgesamt 70 Mitstreiter.

"Jedes Jahr am 1. Mai wird das Gründungsfest des Böller-Corps am Hafen mit einem Kanonentreffen gefeiert", erzählt der 44-Jährige und präsentiert seine eigene Waffe. Der Grabower ist seit 1994 Mitglied der Grabower Schützenzunft. Geböllert werde mit "Handböllern" und Kanonen, die jeweils mit genau abgewogenem Schwarzpulver plus Verdämmungsmaterial geladen werden, berichtet der gebürtige Grabower, dessen Leidenschaft fürs Sportschießen schon seit Jugendzeit besteht.

"Mittlerweile besitzen wir auch drei Kanonen", erzählt Michael Möller und spricht auch von den Schutzmaßnahmen beim Abfeuern. "Die Ohren werden geschützt, sonst würde man wahrscheinlich ganz schnell taub werden."

Das Böllerschießen hat zwar durchaus eine traditionsreiche, aber nur teilweise durch alte Chroniken belegbare Geschichte, die in das 15.Jahrhundert zurückreichen dürfte. Trotz langwieriger, intensiver Nachforschungen ist es aber bis heute nicht zweifelsfrei gelungen, den Zeitpunkt des Entstehens dieses Brauches schlüssig nachzuweisen. Früher wurden durch die Salven der Böller zum Beispiel die Nachbargemeinden über Geburten, Eheschließungen oder Todesfälle informiert. Geschossen wird nach bestimmten Reihenfolgen, die vorher abgesprochen werden. Bei den Böllergeräten wird zwischen Handböller, Schaftböller, Standböller und Kanone unterschieden. Handböller sind meist sehr aufwendig verziert und unterteilen sich weiter in pistolenartige oder auch gewehrartige Böller, welche dann Schaftböller, Böllerbüchse, Böllerstutzen oder Prangerstutzen genannt werden. Böllerkanonen sind oftmals restaurierte Originale oder originalgetreue Nachbauten von historischen Vorbildern.

Michael Möller: "Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass es sehr viel Spaß macht, diese Art des Schießsports auszuüben. Es ist sicher unschwer für jedermann nachzuvollziehen, dass es zum Böllerschießen immer besonderer Anlässe bedarf. Diese Aufgabe übernehmen wir jederzeit gerne und mit viel Freude an einem besonderen Hobby."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen