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Mit Pflaster haben Glaisiner ihre Bauchschmerzen

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erstellt am 01.Sep.2010 | 07:09 Uhr

glaisin | Vor der Einwohnerversammlung am Dienstagabend auf dem Glaisiner Forsthof kam die Ortsteilvertretung zusammen, um über Maßnahmen gegen Lärm und Staub im Ort zu beschließen. Zuvor hatte sich bereits der Verkehrsausschuss der Ludwigsluster Stadtvertretung damit befasst. Noch in diesem Monat soll dem Stadtparlament ein Beschlussvorschlag vorliegen, der den Landkreis auffordert, die Straße am Schnellberg in die Kreisstraßenausbauplanung aufzunehmen.

Außerdem geht es um die Lindenstraße, die eine Asphaltdecke erhalten soll. Einst war die Pflasterstraße angelegt worden, um den dörflichen Charakter zu unterstreichen. Mittlerweile ist der Lärm durch Rollgeräusche vorbei fahrender Autos zum Problem geworden. Die so genannte Bindungsfrist von Fördermitteln, die zwölf Jahre beträgt, ist vorbei, so dass rechtlich keine Hürden bestehen. Jetzt muss nur das zuständige Straßenbauamt Schwerin ins Boot geholt werden, die Maßnahme zu verwirklichen.

Unumstritten ist das Vorhaben nicht. Einwohner haben mit dem Pflaster ihre Bauchschmerzen. Einerseits verursacht es Lärm. Andererseits bremst es den Verkehr. Rollen die Fahrzeuge künftig ohne Hindernis, befürchten Anwohner eine steigende Unfallgefahr durch Raserei. Also sprachen Bürger auf der Einwohnerversammlung zusätzliche verkehrsberuhigende Maßnahmen an. Detlef Schlüter, Fachdienstleiter Straßen und Tiefbau in der Kreisverwaltung, erteilte Hoffnungen einen Dämpfer, Tempo-30-Schilder könnten aufgestellt werden. "Solche Maßnahmen müssen rechtssicher sein", informierte der Fachdienstleiter. Gäbe es keinen sichtbaren Grund für eine Geschwindigkeitsbegrenzung, könnten Bußgeldbescheide wegen zu schnellen Fahrens erfolgreich eingeklagt werden.

Zur Untermauerung der Glaisiner Situation waren Anfang Juli innerhalb einer Woche rund um die Uhr Verkehrsmessungen durchgeführt worden. Das Ergebnis: Die Belastung ist verhältnismäßig gering. Rund 650 Fahrzeuge, die meisten Pkw, passieren täglich die Schnellbergstraße (16 Prozent zu schnell), etwa 3600 die Lindenstraße (rund 35 Prozent zu schnell). Wobei in der Schnellbergstraße einer mit immerhin 105 Stundenkilometer unterwegs war, wie auch immer das möglich ist.

Der Landkreis wolle das Seinige für die Anwohner tun, so Detlef Schlüter. Innerhalb von zwei Wochen startet ein Experiment. Leitpfosten im Sommerweg der Schnellbergstraße sollen den Verkehr beruhigen und die Raserei auf der Sandpiste unterbinden. Eine Reparatur der Straße sei nicht sinnvoll, so der Fachdienstleiter. Helfen könne nur eine Komplettsanierung, die aber erst nach 2013 möglich sei.

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