Mit Mankos für Güstrow werben

Beschäftigt sich mit und betreut seit 1985  Gartenschauen: Dr. Klaus Neumann
Beschäftigt sich mit und betreut seit 1985 Gartenschauen: Dr. Klaus Neumann

"Einfach klasse!" Dr. Klaus Neumann hat es mehrmals gesagt. Der Experte für Gartenschauen ist begeistert vom Grüngürtel um die Güstrower Altstadt. Hierher könnte die Barlachstadt 2014 einladen - wenn sie für die "glänzende Hardware" eine gute Software findet. Eine clevere Taktik sei gefragt.

von
16. Juli 2009, 11:54 Uhr

Güstrow | Das Schloss, der Wall, die Sandwege: Wunderschön sei das alles, aber in einer Bewerbung um die Landesgartenschau sollten diese Juwelen nicht an oberster Stelle stehen. "Dann bekämen Sie die Zusage sehr wahrscheinlich nicht", sagte Dienstagabend Dr. Klaus Neumann seinen etwa 50 Zuhörern im "Heizhaus". Aus Erfahrung weiß er: "Häufig bekommen gerade die nicht so schönen Regionen den Zuschlag." Die Landesgartenschau sei keine Blümchenschau, bei der Vergabe stünden die Raumordnung, städtebauliche Aspekte im Vordergrund. In diesem Bereich sollen über den Katalysator Gartenschau Mankos beseitigt werden. Wo schon alles gemacht ist, brauchts auch keine Gartenschau. Wichtig deswegen: eine ehrliche Bestandsanalyse.

"Es braucht eine kluge Vorgehensweise"Der "Verein zur Förderung der gemeinnützigen Zwecke einer Landesgartenschau in Güstrow" hatte eingeladen. Er will Güstrower für seine Initiative begeistern, sie als Mitglieder gewinnen. Eine gute Idee, findet der eingeladene Experte. Nur: "Es braucht eine kluge strategische Vorgehensweise." Die Kriterien für oder gegen eine Landesgartenschau seien völlig konträr zu denen für oder gegen eine Bundesgartenschau.Während sich bei einer Buga die Städte bei der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft bewerben, ist es bei der Landesgartenschau genau andersherum: Die "Grünen" gehen zur Politik, man bewirbt sich beim Ministerium. "Sie müssen deswegen immer die Konkurrenz im Hinterkopf haben, den Politikern erklären können, warum Sie die Schau dringend brauchen." Am besten mit einem Leuchten in den Augen. Die Stadt als Ganzes müsse brennen für ihre Gartenschau. "Und bitte kein parteipolitisches Gezänk." Wenn eine Zusage kommt, beginne eine reine Erfolgsgeschichte. "Man geht als Stadt ein absolut kalkuliertes Risiko ein." Mit Cleverness könne Güstrow enorm davon profitieren - auch messbar.

Olav Paarmann, Geschäftsführer des "Gästehauses am Schloss" und Vorsitzender des Fördervereins, ist zufrieden mit dem Abend. "Es waren viele Stadtvertreter da, das ist gut." Es sei jetzt am Verein, die Kurzfassung einer möglichen Bewerbung vorzubereiten - für die Stadtvertreter. Spätestens im Oktober müsse die Entscheidung der Güstrower Vertreter fallen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen