Mit Leistungsstörung zum Abitur

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05. Dezember 2010, 06:49 Uhr

Prignitz | Tendenziell nimmt die Zahl der Gymnasiasten mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) zu. Diese Erkenntnis trifft im Speziellen auf das Gottfried-Arnold-Gymnasium in Perleberg zu, ist aber zugleich auch allgemeingültig. In Perleberg setzt man sich seit einem Dreiviertel jahr intensiv mit diesem Thema auseinander, wie die verantwortliche Pädagogin Dorit Köhn berichtet. "Wir gehen davon aus, dass es bei uns derzeit rund zehn Schüler betrifft", sagt die Lehrerin für Deutsch und Englisch. Sie steht als Ansprechpartnerin für Eltern und Schüler zur Verfügung, bildet sich nebenher zum Thema Legasthenie weiter. "Wir streben auch schulintern an, Kollegen auf diesem Gebiet zu qualifizieren", sagt Dorit Köhn.

Neben den per Verwaltungsvorschrift geregelten Ausgleichsmöglichkeiten von Nachteilen für betroffene Gymnasiasten sei es vor allem wichtig, das Gefühl zu vermitteln, dass Eltern und Schüler mit dem Problem nicht allein dastehen, verdeutlicht die Perleberger Lehrerin. Darüber hinaus sei das Kollegium gefordert, den Umgang mit der Lese-Rechtschreib-Schwäche im Schulalltag zu managen. Keine ganz einfache Sache, wie Köhn deutlich macht.

Konkrete LRS-Fälle gibt es auch am Marie-Curie-Gymnasium Wittenberge. Schulleiter Andreas Giske bestätigt den Trend: "Früher haben wir nur die Begabten gefördert, heute fördern wir sowohl begabte Schüler als auch die mit Teilleistungsstörungen." Die Schule könne dies jedoch nicht allein leisten. In der speziellen Betreuung der LRS-Kinder seien die Eltern ebenso gefordert.

Obgleich es momentan nur ein bis zwei Verdachtsfälle, also noch keine psychologisch diagnostizierten Legastheniker gibt, setzt man sich auch am Pritzwalker Goethe-Gymnasium ernsthaft mit der Materie auseinander. Während LRS früher nur ein Grundschulphänomen gewesen sei, schwappe es nun auf Gymnasien über, so Schulleiter Harald Glöde. "Wir sind sensibilisiert und vorbereitet", sagt er.

Zugleich ist er davon überzeugt, dass an Gymnasien eher die leichteren LRS-Fälle auftreten, die zumeist die Schreibschwäche betreffen. Nichtsdestotrotz soll auch diesen Schülern der Weg zum Abitur geebnet werden.

Dieses Fazit kann man für alle drei Prignitzer Gymnasien ziehen.

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